Vergangenen Freitag fand in Kaltensondheim zum Gedenken an den Heiligen Martin von Tours ein Martinsumzug statt. Allen Widrigkeiten zum Trotz zogen Kinder, Eltern und Großeltern laut singend (musikalisch begleitet von Kathrin Flory) durch die dunklen Straßen und erfreuten den ein oder anderen, der neugierig aus dem Fenster lugte oder am Straßenrand stand. Angesichts der Corona-Situation kann hier vielleicht sogar eine Parallele zum Leben des Hl. Martin gezogen werden: Auch er befand sich in einer Lebenssituation, die er sich so nicht ausgesucht hätte – dem Willen seines Vaters entsprechend musste er im römischen Heer als Soldat dienen. Und dennoch fand er einen Weg, in dieser Situation nicht zu resignieren, sondern achtsam zu bleiben für die Bedürfnisse der Menschen in seinem Umfeld – oder der des Bettlers am Wegesrand. So konnte auch in Kaltensondheim ein Stück Hoffnung und Licht weitergegeben werden und allein die leuchtenden Gesichter der Kinder, die stolz ihre Laternen trugen, waren Grund genug für die Veranstaltung, die selbstverständlich unter Beachtung der aktuell geltenden Hygienevorschriften durchgeführt wurde. Einen Grund zum Staunen gab es auch für die Kinder: Der gemeinsame Zug durch die Straßen wurde von St. Martin (Feline Hager) auf einem Pferd angeführt. Abschließend konnten sich die Besucher im Freien am Feuerwehrhaus mit Glühwein, Punsch und einem kleinen Imbiss stärken.

Von: Deborah Meyer (Mitinitiatorin des Martinsumzugs)