"Er war der Kopf, das Herz und die Seele unserer Schule." Mit einem dicken Lob verabschiedete die Schulfamilie der Grund- und Mittelschule Volkach Rektor Rainer Dotterweich in den Ruhestand. Während die Schülerinnen und Schüler wegen des Lockdowns nicht persönlich ade sagen konnten, ließen es sich seine Kollegen nicht nehmen, unter Einhaltung der Corona-Hygienevorschriften die Verabschiedung zu organisieren.

Ein vier Meter langes Dankes-Transparent, ein roter Teppich, Konfettikanonen und Klänge der Feuerwerksmusik waren die symbolischen Zeichen für Wehmut und Freude zugleich. In einem Fotoalbum kann der Ruheständler jetzt die wesentlichen Ereignisse und Stationen der letzten Jahre nachbetrachten. Menschlichkeit, Sachverstand, ein offenes Ohr und großes Engagement hätten sein Wirken gekennzeichnet, lautete der allgemeine Tenor.

Schulrat Veit Burger überreichte ihm im Staatlichen Schulamt Kitzingen die Ruhestands- und Dankesurkunde des Freistaates Bayern. Schulverbandschef Heiko Bäuerlein wartete im Rathaus mit einem Präsent auf. Dotterweich freut sich derweil schon auf viel Freizeit. "Jetzt habe ich mehr Zeit für meine vier Enkel, fürs Klavier- und Gitarrenspiel", sagt er. Er ist ein Naturmensch und wird seinen alten Bauernhof auf Vordermann bringen. Mit dem Fahrrad will der gebürtige Bamberger Touren durch die fränkische Heimat machen.

Seit 2004 in der Schulleitung

Sein Abitur legte der heute 61-jährige Pädagoge 1978 ab. Von 1979 bis 1983 studierte er an der Universität Bamberg "Lehramt an Mittelschulen". 1983 trat er in den Schuldienst ein. Sein Referendariat leistete er an der Teilhauptschule II in Gerolzhofen ab. Über 20 Jahre unterrichtete er an die Teilhauptschule I Gerolzhofen in Oberschwarzach. Seit 2004 ist er in der Schulleitung tätig, zunächst als Konrektor und nun im achten Jahr als Rektor der Grund- und Mittelschule Volkach.

Von 1999 bis 2004 arbeitete er in der Bund-Länder-Kommission im Bereich "Bildung für nachhaltige Entwicklung" mit. Viele Jahre organisierte er auch den Wettbewerb Umweltschule in Europa an seiner Schule. Außerdem war er viele Jahre als Referent und Multiplikator in der Lehrerfortbildung  tätig.

Gesundheit geht vor

Nach einer schweren Krankheit im letzten Jahr wechselte er getreu dem Motto "Gesundheit first" jetzt in den vorzeitigen Ruhestand. Ein zentrales Anliegen sei es ihm immer gewesen, die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich Schüler, Eltern und Lehrer in der Schule wohlfühlen und gegenseitig wertschätzen, plaudert der dreifache Vater aus dem Nähkästchen. Dies sei eine wesentliche Voraussetzung, um nachhaltig gute Leistungen erzielen und sein individuelles Potenzial abrufen zu können. "Alle meine Mitarbeiter waren für mich gleichermaßen wichtig. Ich wollte ihnen immer das Gefühl vermitteln, dass sie wertvolle Arbeit für unsere Schule leisten." Die Zusammenarbeit mit dem Schulverband als Sachaufwandsträger, der Stadtverwaltung und dem Elternbeirat sei fruchtbar gewesen.

Für Dotterweich war das größte Projekt in den letzten Jahren die energetische Sanierung des Hauptgebäudes, die kurz vor dem Abschluss steht. Auf der Zielgerade seines Berufslebens hat Corona auch dem engagierten Schulleiter viel Kopfzerbrechen gemacht und 50 Prozent Mehrarbeit an Wochenenden und Abenden beschert. Während sich Dotterweich in den nächsten Monaten verstärkt um seine Hobbys kümmern kann, stellt Konrektor Markus Reitz die Weichen an der Schule, solange bis ein Nachfolger bestimmt ist.