Als Zuhörer der Stadtratssitzung vom 14. Oktober versteht man das Mehrheitsvotum zur Änderung des Bebauungsplans „Am Steigweg“ (Schützenareal) nicht. Engagiert und nachvollziehbar argumentierten einzelne Stadträte gegen die Änderung des Bebauungsplans: Rodung großer Waldflächen, Zerstörung des Lebensraums vieler Tiere, massive Versiegelung von Bodenflächen, drohender Verkehrsinfarkt, Lärmprobleme, Hochhauskomplex mit 14 Meter hoher Schallschutzwand zur Stadt hin, keine Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Die Befürworter, zu denen auch Unweltreferent (!) Hartmann zählt, können diese Argumente nicht widerlegen. Dass gerade Stadtrat Pauluhn von einer Partei mit dem Wort „ökologisch“ im Namen diesem Projekt seine Zustimmung gab, macht fassungslos. Er argumentiert mit dem Aspekt des flächensparenden Bauens für das riesige Bauprojekt mit 222 Wohnungen, 448 Bewohnern, 337 Tiefgaragenstellplätzen. Wo bleibt sein Engagement für Wald, Natur und Stadtbild?

Es gibt im Landkreis Kitzingen Gemeinden, die kein Bauland mehr ausweisen und dem Flächenverbrauch damit begegnen. Neubauten sind dann nur als Nachverdichtung möglich.

Warum geht man diesen Weg in Kitzingen eigentlich nicht?

Man muss sich schon die Frage stellen, warum die Mehrheit des Stadtrats einem unbekannten Investor einen Blankoscheck für dieses Megaprojekt ausstellt.

Dabei gibt es doch gute Ideen für die Nutzung des Areals: Die Stadt erwirbt das Gelände und errichtet darauf die benötigte Schule. Große Flächen Wald und Natur werden erhalten und kommen den Schülern zugute, die Verkehrs- und Lärmproblematik wäre unkritisch, die Schüler hätten kurze Wege und der Widerstand der Anwohner wäre gebrochen. Warum wird diese gute, von einzelnen Stadträten vorbrachte Idee eigentlich nicht aufgegriffen?

Frank Pfeuffer
97318 Kitzingen