Zum Artikel "Keine Strecke für Mountainbike" vom 17. Mai erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

Sind Mountainbiker Sportler zweiter Klasse? Stimmungmache gegen Minderheiten. Erste Überlegungen für eine MTB-Strecke am Schwanberg wurden vor etwa 15 oder noch mehr Jahren im Landratsamt angestellt. Nun gibt es endlich einen Schritt in diese Richtung und schon ist fast der gesamte Gemeinderat Wiesenbronns gegen ein paar Meter dieser Strecke auf Gemeindegrund. Wohl auch weil nach meinen Informationen keine/r von den Räten/innen MTB fährt.

Damit meine ich nicht die Tour zur nächsten Eisdiele. Da reden wohl "Blinde über Farbe". Wieso soll MTB kein Sport sein? Ich fahre nun seit über 30 Jahren und komme von jeder Tour manchmal körperlich schlapp aber immer im Kopf entspannt und körperlich gelöst zurück. Ich bekomme viel von der Natur mit, das Auf und Ab der Pflanzen, mal eine Gruppe Rehe, dort ein Fuchs, der mich beobachtet, mal Hirschkäfer, Schlangen und vieles mehr. Die ständigen kleinen Bewegungen des Körpers zum Ausbalancieren, und das zum Teil über Stunden, sind gerade bei Rückenproblemen eine Wohltat.

Weiterhin ist MTB-Fahren im Gelände durchaus als Beitrag zur Sturzprävention anzusehen, weil der Rechner im Kopf ständig auf Hochtouren läuft. Auf einem flachen Radweg ist das nicht der Fall. Ich verstehe auch nicht, weshalb immer auf den MTBlern herumgehackt wird. Gegen die Reiter, deren Tiere gerne mittig auf den Wegen laufen und dabei im Herbst und Frühjahr tiefe Löcher in den Boden stanzen, sagt ja auch keiner etwas. MTB-Sport fördert die Inklusion: In unserer Gruppe fährt ein junger Mann mit leichter Behinderung mit. Er hat hauptsächlich motorische Probleme. Anfangs ist er bei jeder Tour mehrfach gestürzt, weil er motorisch nicht zurechtkam. Inzwischen hat sich alles so gebessert, dass er sogar mit dem Rad zur Arbeit fährt.

Übrigens: In Dänemark und in den Niederlanden sind sehr oft schon mehrere Pfade fast parallel angelegt. Einer für Wanderer, einer für Reiter, einer für MTB und manchmal sogar noch einer für "normale" Radfahrer und einer für Rollstuhlfahrer. Da kommt keiner auf die Idee "fremdzugehen". Wozu auch? Nur gegen eine festgelegte Strecke zu sein, weil sich einige wenige nicht an Spielregeln halten, das ist dem Rest gegenüber unfair. Da müssten auch Autos, Motorräder, Jetboote etc. weg aus der Umwelt.

Dieter Somorowsky
97318 Kitzingen