Zum Artikel "Fragwürdige Doppelrolle" vom 27. Juli zum Stadtratsbeschluss, dass  Dettelbachs Bürgermeister Matthias Bielek für Geld Veranstaltungen moderieren darf, erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

Es ist ein Wählerbetrug in Reinform, den der jüngst gewählte Bürgermeister von Dettelbach Matthias Bielek gleich zu Beginn seiner Amtszeit begangen hat. Wie am 27. Juli berichtet, hat Herr Bielek am 5. Februar öffentlich vor Hunderten von Dettelbacher Bürgern versichert, dass er im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister seine Tätigkeit als Sportmoderator aufgibt und 365 Tage im Jahr 24 Stunden pro Tag  für die Bürger tätig sein werde.

Dieses Versprechen wurde genau am 22. Juni gebrochen, als Herr Bielek – nunmehr im Amt des Dettelbacher Bürgermeisters - im Stadtrat die Genehmigung einer Nebentätigkeit als Sportmoderator gleich für die gesamte Dauer seiner Amtszeit beantragte. Auch wenn der Antrag vom Stadtratsgremium  mehrheitlich bewilligt wurde und nicht gesetzeswidrig ist, heilt das den Wählerbetrug nicht, denn der Bruch eines den Dettelbacher Bürgern gegebenen Versprechens bleibt bestehen.

Der Betrug wird sogar noch verschlimmert durch die unglaubwürdigen Rechtfertigungsversuche, die Herr Bielek  für sein Vorgehen nachträglich anführt. Wenn er  zum Beispiel beteuert, dass sein Nebenjob als Sportmoderator mangels Nachfrage „reine Theorie“ ist, muss man sich fragen, warum er dann eine solche Nebentätigkeit im Umfang von acht Stunden pro Woche offiziell beantragt hat. In jedem Fall hat Herr Bielek durch sein Agieren, nicht nur Vertrauen verspielt, sondern auch Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Amtsausübung als Bürgermeister genährt.

Margarete Götz,
97337 Dettelbach