Zum Artikel "Glascontainer sollen weichen" vom 7. August erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

Als Bewohner der Von-Deuster-Straße entsorgen wir seit über 20 Jahre anfallende Glasabfälle in den dortigen Containern. Noch nie hatten wir damit beziehungsweise mit dem Standort Probleme. Sowohl vom Gehweg aus über die Hecke als auch parkplatzseitig war ein Einwurf stets möglich.

Dass nahezu alle Containerstandplätze in Kitzingen auch für die Entsorgung anderweitigen Mülls missbraucht werden, ist ein hinreichend bekanntes Problem und kein Grund, diesen Standort aufzugeben beziehungsweise zu verlegen. Die Argumentation, dass Rollstuhlfahrer und Mitbürger mit Rollatoren an die Container nicht herankommen, ist fadenscheinig. Im Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt war das noch nie Thema, obgleich durch die Sperrung des neben dem Container liegenden Parkplatzes eine bessere Nutzung möglich wäre. Dies rechtfertigt aber keinesfalls eine Verlegung.

Das Argument des Anlockens von Ratten ist ebenfalls nicht stichhaltig. In diesem Mainuferabschnitt gibt es seit Jahrzehnten Ratten. Diese waren auch bereits vor Errichtung des Containerstandortes präsent, begünstigt durch einen Kanal, der nach unterirdischer Durchquerung der Stadt dort in den Main mündet. Ratten gibt es zum Beispiel auch in anderen Wohngebieten der Stadt, obwohl sich dort keine Entsorgungsstandorte befinden. Fakt ist, dass dieser Standort fußläufig von der Altstadt zu erreichen ist, insbesondere auch für jene Bürger, die nicht motorisiert oder anderweitig mobil sind. Im Rahmen eines Spazierganges am Main besteht die Möglichkeit, sein Altglas zu entsorgen.

Die Argumentation hinsichtlich der Schwierigkeiten der Entsorgungsfahrzeuge können wir ebenso nicht nachvollziehen. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft gibt es zwei Stichstraßen, in denen die Fahrzeuge problemlos rückwärtig zur Entsorgung einfahren. Es scheint uns vielmehr, dass hier versucht wird, einen Störfaktor aus einer jüngst entstandenen hochpreisigen Wohnlage zu entfernen und in andere Gebiete zu verlagern. Dies zeugt von einem egoistischen Verhalten nach dem „Floriansprinzip“ zulasten der Allgemeinheit.

Wir fragen uns auch, was der „Geschädigte“ unternimmt, wenn an warmen Sommertagen der Lärm des Freibades bei guter Frequentierung an der Wohnanlage ankommt. Wir bitten daher die Verantwortlichen der Stadt und den Oberbürgermeister, dieser Standortaufgabe beziehungsweise Verlegung nicht zuzustimmen.

Max-Günter und Erika Michelsen
97318 Kitzingen

Vorschaubild: © Björn Kohlhepp