Zum Artikel „Das Ringen um Bauplätze“ vom 10. Februar erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

Die Tatsache, dass das Baugebiet „Am Escherndorfer Weg 2“ in Astheim im vergangenen Jahr kurzfristig zur Abstimmung im neu gewählten Stadtrat gestellt wurde, hat mich erstaunt. Denn bereits im Jahr 2012 wurde bei einer im Auftrag des Landesamts für Umweltschutz durchgeführten Biotop-Kartierung auf den betreffenden Flächen das Vorkommen der aller seltensten Pflanzen Deutschlands dokumentiert. Darunter neben dem Ohrlöffel-Leimkraut vermutlich das größte Vorkommen des Nordlichen Mannsschilds. Dieser kommt in Bayern nämlich nur noch an drei bis vier sehr kleinen Standorten im Landkreis Kitzingen und mit einigen wenigen Exemplaren bei Karlstadt vor. Im übrigen Deutschland ist diese Art bereits komplett ausgestorben. ? ?

Als Ergebnis dieser Biotop-Kartierung stand dann auch die Empfehlung, das sich im Süden anschließende Naturschutzgebiet Dürringswasen, übrigens das älteste Naturschutzgebiet im Landkreis Kitzingen, um diesen „sehr artenreichen, wertvollen Sandmagerrasen“ zu erweitern.

Dass sich der neue Stadtrat zunähst einstimmig für das Neus Baugebiet ausgesprochen hat, ist nicht verwunderlich und liegt daran, dass mindestens die neuen Stadtratsmitglieder keinerlei Informationen über die Schutzwürdigkeit dieses Gebiets hatten. ?

Bei zwei speziellen Ortsterminen für die Stadtratsmitglieder und interessierte Bürger wich dieses Defizit schnell der Bewunderung für dieses Kleinod und dem Wunsch, dieses dauerhaft zu erhalten. ?

Nur folgerichtig wurde jetzt der Antrag auf einen sofortigen Planungsstopp eingereicht.

Michael Zwanziger
97332 Volkach