Zur Berichterstattung aus dem Marktbreiter Stadtrat vom 15. Juli erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift:

Eltern der Grundschule haben Unterschriften gesammelt und fordern die Stadt auf, sich für die Einrichtung einer Offenen Ganztagsschule stark zu machen. Der Antrag wird einstimmig abgelehnt, weil auf diesem lediglich "Ansprechpartner" und keine "Vertreter" genannt wurden. Sprachliche Spitzfindigkeiten, die bei der Formulierung der Beschlussvorlagen in der Sitzung besser angebracht gewesen wären.

Anstatt das Anliegen der Bürger ernst zu nehmen, spricht der Bürgermeister frei heraus, dass das nun zwar komisch klinge, aber halt so sei. Eine Diskussion zum Thema hält er für unangebracht, nicht ohne zu erwähnen, dass er dagegen sei. Von den Parteien im Gremium, die vorher noch ausgiebig über Verkehrsschilder diskutierten, ist dazu nichts zu hören. Lediglich Frau Frischholz stellt fest, dass im Schulausschuss alles besprochen war, aber nichts passiert sei. Das lässt tief blicken.

Was bleibt, ist die Aussage, dass es eine Informationsveranstaltung geben werde. Wann diese stattfinden soll, fragt man vergeblich. Der Bürgermeister stellt noch klar, dass den heutigen Schülern eine andere Betreuung nicht mehr zuteil wird. Er rechnet offenbar nicht mit Veränderungen in seiner Amtszeit, und dies, obwohl er nach eigenem Bekunden seit seinem ersten Amtstag mit der Problematik konfrontiert ist.

Es bleibt zu hoffen, dass nun Bewegung in die Sache kommt. Zu wünschen wäre eine Informationsveranstaltung, die Pro und Contra der verschiedenen Modelle beleuchtet. Neben der Schulleitung sollten auch externe Fachleute zu hören sein. Ein guter Anfang wäre es, wenn sich der Rat bei den anderen Schulen im Ort informiert. Dort ist die Offene Ganztagsschule längst Alltag.

Matthias Michel
97340 Marktbreit