Bis 2017 werden viele Mitarbeiter von Weinproduzenten gemäß Tarifvertrag mit 7,40 Euro Stundenlohn bezahlt, und damit 15 Prozent unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde.

Gleichzeitig hat Iphofen aktuell mit Erdbohrungen für sein Schwanberg-Bewässerungs-Projekt begonnen. Es geht 20 Meter in die Tiefe, an der Gumpertsmühle liegen die Bohrproben in Fächerkisten. Sechs Millionen kommunale Steuer-Euros sollen am Ende die Arbeitgeber subventionieren, damit diese ihre Arbeiter auch in der Zukunft mit so „fürstlichem Salär“ ausstatten.

Anderer Blickwinkel: Die Bewässerung eines Hektars tiefwurzelnder Weinreben kostet Iphofen hochgerechnet etwa 40 000 Euro, wie es einem Artikel der Lokalpresse am 17.03.2015 zu entnehmen war. Die Stadt hat aber kein Geld, einen Landwirt mit 400 Euro pro Hektar für die Bewässerung zu unterstützen. Die Wertstellung von Lebensmittel zu Genussmittel wird offenbar. George Orwell kennt das Prinzip: „Alle Tiere sind gleich, nur manche Tiere sind gleicher“. Also genießt Grand-Cru-Wein und fresst Soylent grün.

Noch ein Aspekt: Die vergangene kleinbäuerliche Struktur Mainfrankens bedingt, dass heute die Meisten der Landeigentümer Landverpächter sind. Die Pachtpreise trockenfallender Felder werden sinken.

Die Landrätin in Kitzingen freut sich offenbar darauf. Warum sonst überschreibt sie – in der mehrfach heißesten Stadt Deutschlands – einen Artikel ihrer Amtsbroschüre im Juli 2015 mit: „Sehnsucht nach der Savanne“.

Stefan Lenzer 97346 Iphofen-Dornheim