Zu der Berichterstattung über den Baustreit am Kitzinger Marktplatz erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

Mit großem Interesse verfolge ich den Verlauf der offenbar nicht enden wollenden Geschichte der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes Marktplatz 21. Während meiner langjährigen Tätigkeit im Stadtbauamt Kitzingen – hier unter anderem zuständig für die Förderung von Baudenkmälern – habe ich Herrn Wittmann bei verschiedenen Sanierungen denkmalgeschützter Gebäude als sehr versierten, fairen und kooperationsbereiten Bauherrn und Investor schätzen gelernt.

Ihm war immer eine qualitätvolle und hochwertige Sanierung historischer Bausubstanz unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Belange wichtig. Er war angenehmerweise nicht nur vom reinen Profitdenken gelenkt, sondern stets offen für Verbesserungsvorschläge und gute Lösungen, auch wenn sie unrentable Kosten verursachten.

Große Parallelen zum Sanierungsverlauf Marktplatz 21 erkenne ich in der Jahre zurückliegenden Sanierung des Anwesens Ritterstraße 20 (ehemalige Brauerei Scheuernstuhl), eines der historisch bedeutendsten Bürgerhäuser der Stadt Kitzingen. Nach fast 15 Jahren Leerstand war das Gebäude vom Verfall bedroht. Jahrelang hatte die Stadt Kitzingen als Eigentümerin ergebnislos nach geeigneten Vermarktungsmöglichkeiten und Investoren gesucht. Schließlich fand sie in Herrn Wittmann einen engagierten Investor, der durch seinen mehr als überdurchschnittlichen finanziellen und persönlichen Einsatz ein bedeutendes Baudenkmal einer neuen, adäquaten Nutzung zugeführt hat.

Während dieser langen Sanierungsgeschichte waren sechs verschiedene Gebietsreferenten des LfD involviert, mit oft unterschiedlichen Sichtweisen und teils hochstilisierten Forderungen, mit denen sich der Bauherr auseinandersetzen musste. Ich zolle Herrn Wittmann höchste Achtung für sein Durchhaltevermögen bei den oft zermürbenden – leider auch von persönlichen Animositäten geprägten – Verhandlungen mit den beteiligten Gremien.

Resümee zum Marktplatz 21: Da in begründeten Fällen grundsätzlich eine Befreiung von der städtischen Gestaltungssatzung möglich ist – wo ist das Problem? Überzogener Formalismus? Persönliche Animositäten? Rechthaberei?

Auch beim Erwerb der Marshall Heights durch Herrn Wittmann wurde der Stadtrat nicht nur von gewaltigen Herausforderungen und einem langjährigen Riesenproblem befreit, sondern mittlerweile haben die Investoren Wittmann zahlreiche gelungene Lösungen präsentiert. Ich freue mich sehr, dass es in unserer Stadt noch derart professionelle Investoren gibt mit praktiziertem großen Verständnis für alte Bausubstanz.

Gabriele Hafner

97318 Kitzingen