Zu "Schwerer Unfall am Volkacher Dschungelpfad: Frau per Boot gerettet" vom 4. Juni:  

Es ist schon interessant, dass nach nun mehreren größeren Einsätzen unserer Rettungskräfte innerhalb der letzten Jahre immer noch keine nachhaltigen Konsequenzen seitens der beteiligten Gemeinden gezogen worden sind.

Bereits im Mai 2019 nach dem ersten Unfall habe ich im Stadtrat mehrfach gebeten, dass der Dschungelpfad als offizieller Wanderweg aus der kleinen Wanderkarte rund um die Mainschleife herausgenommen werden sollte. Dies hätte man leicht handschriftlich oder mittels eines beigelegten kurzen Schreibens bei den restlichen noch vorhandenen Wanderkarten erledigen können. Wurde leider nicht gemacht!

Der Weg ist ist zwar nun endlich bei der Neuauflage nicht mehr gekennzeichnet, jedoch war er immer noch auf den Restbeständen der vorhandenen Wanderkarten verzeichnet und wird sogar jetzt noch im Internet „beworben“.

Wir haben uns in unserem Laden sogar die Mühe gemacht, den Weg handschriftlich zu kennzeichnen, bzw. beim Verkauf der Wanderkarten mündlich darauf hingewiesen, daß der Wanderweg Nr. 14 Dschungelpfad wegen Gefahr gesperrt ist. Der Weg war in der Wanderkarte jedoch nur als „schwer begehbar“ bezeichnet, was einige Wanderer jedoch regelrecht herausgefordert hat.

Ebenso hatte ich damals gebeten, entsprechende Durchgangsverbotstafeln an den Zugängen des zwar wunderschön natürlichen, aber sehr anspruchsvollen Weges aufzustellen. Die Gemeinde Eisenheim und die Stadt Volkach haben dann aber lediglich Schilder mit „Begehen auf eigene Gefahr“ aufgestellt.

Als gebürtige Astheimerin kenne ich seit früher Kindheit die vor dem Dschungelpfad befindlichen Äcker (Rangenteile) rechtsseitig der Vogelsburg, auf denen aufgrund ihres Gefälles und der Bodenbeschaffenheit schon so mancher Obstbauer seinen Bulldog mit beladenem Hänger versenkt hat. Im Pfad selbst wird der Weg noch steiler und anspruchsvoller. Ich bin mit meinen Kindern diesen Weg nach Kaltenhausen auch einige Male gelaufen, jedoch stets bei trockenem Wetter und angepasster Kleidung.

Es kann doch nicht sein, dass nun wieder eine größere Zahl an Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren und zusätzlich noch Sanitäter der Wasserwacht und des BRK für den Leichtsinn mancher Wanderer ausrücken mussten. Die entstandenen Lohnkosten durch das Fehlen der Einsatzkräfte bei den Arbeitgebern müssen im Übrigen die Gemeinden bezahlen.

Unsere Einsatzkräfte haben sicherlich Wichtigeres zu tun, als unvernünftige Spaziergänger bei ihren selbstgewählten gefährlichen Wandertouren zu retten.

Ingrid Dusolt
97332 Volkach

Vorschaubild: © Björn Kohlhepp