Zum Artikel " Autobahnlärm und Trillerpfeifen " vom 11. Mai:

Eine kleines Dorf in Gallien hat bekanntlich Julius Cäsar bisweilen in den Wahnsinn getrieben. Er konnte dieses Dorf nicht ignorieren, zu gewaltig und systemrelevant für das Römische Weltreich waren die Taten der Dorfbewohner.

Seit dem Himmelfahrtstag 2013 scheint das gallische Dorf eine Partnergemeinde im östlichen Grenzgebiet von Unterfranken zu haben. Da wagten es brave Bürger, zum Beispiel Bankangestellte, leitende Beamte, Rentner, Vorstände von Banken, Polizeibeamte, Handwerker und viele andere – allesamt keine Revoluzzer und alles theoretisch potenzielle CSU-Wähler – lautstark auf ihr Problem aufmerksam zu machen.

Jahrelang haben sie höflich, freundlich und immer die Form wahrend das Gespräch mit ihren gewählten Politikern gesucht, bislang ohne wahrnehmbares Ergebnis. Es besteht zwar Baurecht für einen Autobahnausbau mit Lärmschutz, es geschieht aber nichts. Ein Baubeginn ist immer noch in weiter Ferne.

Eine Veranstaltung, der stets um Harmonie bemühten CSU zu stören, war offensichtlich ein Schritt in die richtige Richtung. Innenminister Joachim Herrmann nahm sich Zeit für ein ausgiebiges Gespräch mit den Demonstranten. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass auch unsere Kandidatin für den Bundestag, Anja Weisgerber, sich für dieses Thema mehr interessieren würde und das Gespräch mit den Demonstranten gesucht hätte. Schließlich werden die Mittel vom Bund vergeben. Kann ja noch kommen.

Vom Bayerischen Innenminister erwarte ich, dass er sein Versprechen hält. Vielleicht ist er ja das politische Schwergewicht aus Franken, das dem kleinen, lärmgeplagten fränkischen Dorf die notwendige Beachtung in München und in Berlin verschafft. Jene Politiker, welche sich vor allem von den Demonstranten und dem Autobahnlärm aus Lautsprechen gestört fühlten, sollten sich selbstkritisch fragen wer sie eigentlich wählen soll. Zufriedene Bürger sind Wähler und somit systemrelevant.

Ulrich Krause

96160 Geiselwind

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