Zum Artikel "VCD wertet Umfrage zur Steigerwaldbahn aus" vom 18. Februar erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

Vor ein paar Tagen veröffentlichte der VCD (Verkehrsclub Deutschland) seinen 37 Seiten-Abschlussbericht der „qualitativ untersuchten Umfrage“ zur Einstellung der Bürger entlang der ehemaligen, teilentwidmeten Steigerwaldbahn zu einer möglichen Reaktivierung.

Diese Umfrage war nichts anderes als die  Sommerparty-Gewinnspiele diverser bayerischer Radiosender. Es ist völlig unerheblich, wo jeder wohnt. Da kann ein Bamberger genauso „für“ Schweinfurt abstimmen, wie ein Sennfelder „für“ Gerolzhofen. Beim Alter konnte man auch eintragen, was man wollte.

Die durchführenden Personen haben außerdem nicht bedacht, dass Abstimmende verschiedene Geräte über verschiedene Internetzugänge nutzen können. Dies werden sicher einige Befürworter und Gegner gemacht haben. 

Hierzu möchte ich Folgendes anmerken. Der VCD hat, laut Abschlussbericht, bisher 55 Pro und 54 Contra-Stimmen an Hand von IP-Adressen, Uhrzeiten, usw. aussortiert. Es fielen also extreme Mehrfachabstimmungen auf. Das ist erst einmal positiv und war zu erwarten. Das machen a) viele Teilnehmer und b) Familienangehörige kommen über denselben Internetzugang per WLAN. Mehrfache IPs sind also generell zulässig und nicht grundsätzlich auszusortieren.

In einer Videokonferenz am 26. Januar wurde eine bisher „gültige“ Stimmenanzahl von 540 genannt. Am 31. Januar schrieb man von „über 1000 Teilnehmern – wir verlängern bis zum 10. Februar.“. An diesem letzten Tag gab es dann über 1800, davon nun circa 1700 gültige Stimmen. Eine beachtliche „natürliche“ Steigerung für zweieinhalb Wochen.

Es tut mir leid. Diese Umfrage und deren „qualifizierte Auswertung“ kann und werde ich nicht für ernst nehmen. Es wurden nur 109 Stimmen aussortiert - ein Bruchteil der Stimmen, von abstimmenden Menschen die nicht existieren, mehrfach abgestimmt haben oder nicht in der Region wohnen. 

Wir sollten endlich auf die Fakten der bestehenden und noch zu veröffentlichenden Gutachten sehen bzw. warten. Ebenso müssen die Wünsche der betroffenen Gemeinden und Bürger berücksichtigt werden, statt diese niederzumachen (Aussagen in der Videoschalte am 26. Januar über u.a. Grettstädter Bürger waren nicht nett).

Ein geflügeltes Wort zum Schluss: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Es war das für den Auftraggeber erwartete Ergebnis. Genauere Hinweise, wo die Fallstricke dieser Umfrage liegen, können Sie unter http://blog.widdi.de/index.php?/permalink/VCDUmfrage.html nachlesen.

Frank Widmaier
97469 Gochsheim

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