Dem Beitrag entnehme ich vom 2. Bürgermeister Manfred Freitag die These vom „Raubbau an der Natur“. Ich verstehe darunter vorrangig den Raubbau durch Ausstoß von Treibhausgasen. Andere Effekte wie die Art der Rohstoffgewinnung für die Batterien treten dahinter zurück. Mineralöl wächst auch nicht an Bäumen, und es herrscht Konsens, dass der fossile Verbrennungsantrieb, das klassische Auto, nicht die Lösung für die Bewältigung der Klimakrise sein wird.

Daher möchte ich Stellung beziehen mit vier Thesen:

These 1: Carsharing ist besser für die Umwelt als Zweit- und Drittauto, unabhängig vom Antrieb!

Rohstoffe und Energieverbrauch für die Herstellung eines Pkw sind zwangsläufig mit einem CO2-Fußabdruck verbunden. Somit ist für die Umwelt jedes Auto, das nicht gekauft wird, besser.

These 2: Fahrradfahren ist zehn Mal besser für die Umwelt als Autofahren!

Ein bis zwei Tonnen Blech zu bewegen, um 80 Kilogramm Mensch von A nach B zu bringen, ist unabhängig vom Antrieb per se Raubbau an der Natur. 20 kWh Strom oder umgerechnet 2 Liter Benzin oder Diesel für 100 Kilometer sind mehr als jeder durchschnittliche Haushalt pro Tag an Strom verbraucht. Daher volle Zustimmung: Autofahren ist Raubbau an der Natur! Nur die Umstellung der Fahrzeugflotte von fossilen Verbrennern auf Elektroautos würde uns nicht helfen, die Klimaziele zu erreichen. Das dauert viel zu lange! Die Reduzierung von motorisiertem Individualverkehr ist die einzige Chance, hier schneller voranzukommen.

These 3: Wenn schon Auto: Elektroauto ist besser als Verbrenner für die Umwelt

Das hat sich noch nicht herumgesprochen, auch dank intensiver Lobbyarbeit. Mythen sind beharrlich. Der Elektroantrieb hat aktuell tatsächlich keine energieeffizientere erneuerbare Alternative. Wasserstoff, Methanol oder synthetische Kraftstoffe benötigen noch mehr Strom aus Photovoltaik und Windkraft, als wir heute in unserer Umgebung akzeptieren wollen. Zug um Zug gestehen auch die deutschen Automobilhersteller ein, dass sie keine bessere oder wirtschaftlichere Alternative anbieten können.

These 4: Mobilität wird vielfältiger – nicht zuletzt durch Elektromobilität

Auf dem Land wird gerne auf die Notwendigkeit des eigenen Pkw verwiesen. Persönlich habe ich Möglichkeiten für Arbeitswege vom Bahnhof in die Gewerbegebiete in Kitzingen recherchiert. Für diese täglichen Pendelstrecken ist das Carsharing eine Ergänzung zum Fahrrad und zum Bus. Pedelec, Elektroroller und andere Fahrzeuge decken diesen Bedarf zukünftig auch energieeffizienter als das Auto ab.

Lothar  Pfeuffer

97318 Kitzingen