Zum Artikel "Ein Hoch auf das Erfolgsmodell Bayerischer Bauernverband" vom 6. Oktober erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.

Jawohl, ein Hoch auf den Bayerischen Bauernverband, der es in den 75 Jahren seines Bestehens geschafft hat, uns Bauern zu Subventionsempfängern und Prügelknaben der Nation zu machen. Der durch sein (Nicht-)Wirken dafür sorgt, dass sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft immer schneller vollzieht.

Sollte die heimische Landwirtschaft tatsächlich zu den systemrelevanten Berufen zählen, so geht es uns wie allen anderen dieser auf einmal im Fokus stehenden Berufsgruppen: Ein bisschen Applaus in diesen schwierigen Zeiten soll für jahrelange Missachtung entlohnen. Das reicht nicht, um junge Menschen für einen Beruf zu begeistern.

Wir Landwirte brauchen Planungssicherheut und faire Preise und keine Berufsvertretung, die uns weismacht, dass wir ständig wachsen müssen, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können.

Bei allem Verständnis dafür, dieses Jubiläum nicht ungefeiert verstreichen zu lassen, hätte es dem Verband angestanden, auch einige kritische Stimmen zu Wort kommen zu lassen.

Denn der BBV hat sich in den letzten Jahren zu sehr zum Fürsprecher der Lebensmittelindustrie und zur Marionette der Politiker entwickelt. Nur wer sein Dasein ab und an hinterfragt, kann sich weiterentwickeln.

Sabine Dürr
97318 Kaltensondheim