Nicht mehr nur für große und für Kampfhunde, für alle Hunde gilt künftig im Marktbreiter Stadtgebiet Leinenpflicht. Das beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend nach längerer Diskussion. Zudem wird dazu an der Badebucht ein weiteres entsprechendes Hinweisschild aufgestellt und der Stadtrat behält sich vor, gegebenenfalls die Hundesteuer zu erhöhen.

Anlass für die Diskussion war eine Beschwerde von Manfred Krauß gewesen: In Gnodstadt führen zu viele Hundehalter ihre Vierbeiner aus, worunter sowohl die Landwirte, als auch Wildtiere leiden. "Teile Gnodstadts sind ein Hundeklo", so Krauß. Doch welche Möglichkeiten hat eine Kommune hier einzugreifen? Als Beraterin hatten sich die Räte Hannelore Dahl in die Sitzung geholt, die in Marktbreit eine Hundeschule geführt hat und laut Bürgermeister Harald Kopp als "bekannte Hundepersönlichkeit" gilt.

Zu viele Hunde werden unüberlegt angeschafft

Die Ausführungen der Fachfrau waren wohl ernüchternd. Denn nach ihren Aussagen gebe es "zu viele Hunde, die unüberlegt angeschafft werden", deren Bewegungs- und Erkundungsgang aber befriedigt werden müsse. Da nach ihrer Meinung ein Hund in einer Stadt, auch in Naherholungsgebieten ohne Leine nichts zu suchen habe, müsse er sein Auslaufbedürfnis in freier Natur befriedigen und dazu auch beschäftigt werden. Eine dafür ausgewiesene Fläche müsse aber auch entsprechend groß sein, sonst gebe es Probleme mit den Hunden untereinander.

Das Problem selber liege aber tiefer: Zu viele der Tiere werden angeschafft, ohne die entsprechende Fachkenntnis und ohne die nötige Erziehung. Es müsse eigentlich beim Hundehalter angesetzt werden. Vorschlag der Fachfrau: Die Hundesteuer utopisch hoch ansetzen und bei dem Nachweis entsprechender Erziehungsprüfungen Nachlässe gewähren. "Es ist ein Gesellschaftsproblem", so die Fachfrau.

"Das können wir nicht lösen", sagte Christiane Berneth dazu und auch Bürgermeister Harald Kopp machte deutlich, dass eine Verschärfung der Vorschriften nur bedingt helfe: "Wir werden es nie schaffen, dass sich alle daran halten und wie sollen wir das kontrollieren", so Kopp. Am Ende der Beschluss, die Leinenpflicht im gesamten Stadtgebiet auf alle Hunde auszuweiten, bei Verstößen eine Geldbuße bis zu 1000 Euro auszusprechen und eventuell die Hundesteuer zu erhöhen.

Plochmanngasse wird nicht für den Verkehr gesperrt

Auch wenn der Antrag von Elfriede und Chodera Wenzel, dass das Kopfsteinpflaster in der Plochmanngasse für ältere und gehbehinderte Menschen problematisch ist und ein glatter Belag nötig wäre, von den Räten eingesehen wurde, gehandelt wird nicht gleich. Denn der Straßenausbau wurde mit erheblichen Zuschüssen getätigt, so dass vor weiteren Schritten erst geprüft werden muss, ob ein Eingriff zuschussschädlich ist. Der weitere Antrag, die Plochmanngasse für Fahrzeuge zu sperren wurde abgelehnt.

An dem von der Firma mikar in der Septembersitzung vorgestellte Projekt Carsharing, ein werbefinanzierter Kleinbus, beteiligt sich die Stadt nicht.

Die Voraussetzungen für das digitale Klassenzimmer an den von der Stadt verwalteten Schulen sind geschaffen - alleine fehlt es an den Endgeräten, die derzeit nicht lieferbar sind, wie der Bürgermeister auf Anfrage von Marion Frischholz sagte.