Zu den Raritäten unserer Heimat zählt die Fledermausart "Graues Langohr", deren Lebensraum verbessert werden muss, um sie auf Dauer in unseren Breiten zu erhalten. Welche Möglichkeiten es gibt, diesem nächtlichen Jäger zu helfen, das erläuterten die Fledermausexperten Renate Ullrich und Christian Söder dem Großlangheimer Marktgemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend. Sie stellten das Konzept zu Vernetzung und Optimierung des Lebensraums des Grauen Langohrs in den Gemarkungen der Schwanberganlieger im Auftrag der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Unterfranken vor.

Warum ausgerechnet die Anliegergemeinden des Schwanbergs? Weil es hier Restbestände dieser Feldermausart gibt, zum Beispiel im Großlangheimer Kirchturm. Die beiden Referenten verwiesen auf "solide und teilweise mühsame und über viele Jahre gehende Vorarbeit" und auf die Verpflichtung des Freistaates Bayern, die Biodiversität bis zum Jahr 2030 zu erhöhen.

Dabei gehe es im Falle der Schwanbergskommunen auch darum, in der Landschaft Elemente zu schaffen, "die es der Fledermaus ermöglichen, entlang von Hecken oder Baumreihen durch die freie Landschaft zu fliegen". Zu Fragen aus der Ratsrunde wurde erklärt, dass die genannte Art stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht ist, in kleinen Gruppen in den Dachstühlen großer Gebäude lebt und im Umfeld des Quartiers in der Hauptsache nach Nachtfaltern jagt.

Tiere sind extrem ortstreu

Als Leitfaden zur Verbesserung des Lebensraums wurden die Erhöhung des Blüten- und Fruchtanteils und damit des Insektenvorkommens, die Verbesserung bekannter Quartiere, die Schaffung von Leitstrukturen, naturnahe Gärten, Wasserflächen, Säume an Bächen, Gräben und Wegen und Pflanzungen von Baumreihen und Solitärbäumen genannt. Angesprochen wurde auch die Öffentlichkeitsarbeit oder eine Konzepterstellung mit möglichen Beteiligten, da das Graue Langohr "extrem ortstreu, zum Beispiel in Kirchtürmen" sei.

Bei der Diskussion zu den Standorten der Fledermaus stellte sich heraus, wie wichtig Gebäude seien, weshalb Dachstühle nach Möglichkeit nicht verändert werden sollten und bei eventuellem Umbau auf die Fledermaus Rücksicht genommen werden sollte. "Es geht nicht nur um eine Tierart, sondern auch um die Vielfalt in unserem Lebensraum", hoben die beiden Experten hervor.

Vier neue Geschwindigkeitsmessgeräte

Eine Formsache war für das Ratskollegium die Bestätigung des Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Großlangheim, Andreas Sterk, und seines Stellvertreters Christian Saum. Die beiden waren bei der Hauptversammlung der Wehr am 26. März gewählt worden.

Bekannt gegeben wurde, dass die Gemeinde vier Geschwindigkeitsanzeiger anschafft, die auch in der Lage sind, Fahrzeuge zu zählen. Eines der Geräte wird von der Raiba-Stiftung gesponsert, die 2500 Euro bereit stellt.

Wer die Aussagen zur neuen Grundstücksbesteuerung nicht auf elektronischem Wege erledigt, bekommt die Vorlagen dafür ab 1. Juli auf der Gemeinde. Bürgermeister Peter Sterk bat alle Hausbesitzer um die Kontrollen der Wasseruhren, "auch die in den Nebengebäuden", um eventuelle Wasserverluste zu registrieren.