Da blieb kein Auge trocken: Alexander Schmitt vom Organisationsteam des VfR Bibergau hatte die Geschichte des VfR aus verschiedenen Zeitabschnitten in kurzen komödiantischen Szenen nachgestellt. Beginnend mit dem Jahr 1947, wo 27 Männer und Burschen ihren ganzen Mut zusammen nahmen und den "Verein für Rasensport" gründeten. Es begann das "Märchen vom VfR Bibergau".

Knapp 200 Gäste wurden durch 75 Jahre Vereinsleben geleitet, so zum Beispiel als 1975 aus einer privaten Hausfrauengruppe sich die Gymnastikabteilung gründete. "Die Kittelschürzen flogen weg und der Körper wurde ertüchtigt", oder 2008, als sich mit dem VfR Venus eine Damen-Fußballmannschaft zusammenfand. "Die stoßen mit Rotling an und rennen mit dem Ball – noch heute!", so der Moderator und berichtet, dass nie mehr wieder so viele Neugierige beim Training zuschauten wie damals.

Interessantes aus der Vereinsgeschichte gab es auch: "20 Jahre bevor Merkel die erste weibliche Bundeskanzlerin wurde, hatte der Verein 1985 mit Marianne Herrlein die erste weibliche Vorständin."  Landrätin Tamara Bischof lobte dazu in ihrer Begrüßungsrede, dass "die Bibergauer schon weit voraus gedacht hatten, dass auch die Frauen die Hosen mit anhaben" und ergänzt launig, dass sie es sich ganz gut vorstellen könne, wie damals die Männer nach dem Frauenfußballtraining am Biertisch diskutiert haben.

Bürgermeister Matthias Bielek erinnert sich noch genau an sein erstes Fußballspiel beim VfR und an viele emotionale Ereignisse. Beeindruckt habe ihn heute die hervorragende Organisation und beim vorausgegangenen Festgottesdienst die Einbringung sportlicher Begriffe in den Psalmtext.

Ein gelungener Festtag. Da waren sich alle Besucher einig. Weiter ging es mit einem ausgezeichneten Mittagsessen, umrahmt von fetziger Blasmusik der Bibergauer Kapelle. "Der wirtschaftliche Zweig des Vereins muss wieder in Gang kommen", so Vorsitzender Carsten Meyer. Zwei Jahre Stillstand seien fast zuviel gewesen. Trotz einer unheimlichen Freude, dass heute alles so gut geklappt hat, ist eine gewisse Nachdenklichkeit bei ihm nicht zu übersehen. "Wir benötigen die Einnahmen dringend. Die Mitgliedsbeiträge langen da bei weitem nicht mehr."

Größte anstehende Ausgaben: "Erneuerung der Heizung und Renovierung des Sportheimes", so seine Worte. Doch gleich ist wieder sein alter Optimismus wahrzunehmen. "Wir gehen durch jede Krise gemeinsam! Jung und Alt", und: "Bei circa 600 Einwohnern des Stadtteiles Bibergau sind 400 Mitglieder doch eine beachtliche Zahl!"

Ehrungen

60 Jahre Vereinszugehörigkeit: Helmut Christ, Erwin König und Reinhold Kuhn.

50 Jahre: Michael Hartmann und Hans-Georg Wehner.

40 Jahre: Alexandra Drum, Petra Stenger, Elmar Karl, Iris Rauch, Maria Karl, Stephan Krönert, Dieter Ringelmann und Isabell Schmitt.

25 Jahre: Beate Graf, Klaus Konrad, Martin Schmiedel, Manuela Gorek, Gabriele Keilholz, Max Orth, Bernd Dorsch, Markus Ebert und Katrin Wehner.

Für besondere Verdienste wurden geehrt: Christina Sylvia Ruß, Martina Hack, Isabell Schmitt, Maria Schinhammer-Schymura und Michael Pfeuffer.