Latein und Museum – auf den ersten Blick eine etwas angestaubte Angelegenheit, die noch dazu in Kombination miteinander eher einschläfernd als aufregend wirkt. Dass daraus aber durchaus eine interessante Partnerschaft zu beiderseitigem Nutzen entstehen kann, die am Ende ein richtig lebendiges Erlebnis präsentieren könnte, zeigen das Museum im Malerwinkel und das Marktbreiter Gymnasium.

Die Römer hatten in Marktbreit eine riesige Wehranlage am Rande ihres Herrschaftsgebiets, die fast 2000 Jahre in Vergessenheit geraten war. Erst eine archäologische Überfliegung des Gebiets oberhalb der Stadt auf dem Kappellenberg brachten die Sensation zu Tage.

Das rund 37 Hektar große Lager existierte aber nur wenige Jahre lang kurz nach der Zeitenwende. Funde aus dem Lager werden im Museum im Malerwinkel in einem eigenen Römerkabinett ausgestellt.

Was liegt also näher, als daraus eine Kooperation mit der Fachschaft Latein des Gymnasiums zu machen? Seit vier Jahren gibt es diese Zusammenarbeit, die Projekttage der Schüler im Museum beinhalteten. Das besondere in diesem Jahr: Die Schüler des Lateinkurses der 11. Klasse waren gefordert, jüngeren Schülern das Römerkabinett näher zu bringen und dabei gleichzeitig auch das Interesse am Lateinischen zu wecken. „Ziel ist es“, so Museumsleiterin Simone Michel-von Dungern, „einen Leitfaden, einen Führer aus Kinderaugen für Kinderaugen zu entwickeln“.

Jetzt übergaben die Lateinschüler ihre Ideen an das Museum. Da gibt es etwa ein Brettspiel, mit Würfel und Figuren gespielt, das einen Rundgang durch ein Römerlager zeigt. An den jeweiligen Stationen erklären die Spieler, wo sie sich gerade im Lager befinden, etwa am „Horrea“, dem Getreidelager, der „Fabrica“, dem Wirtschafts- und Versorgungsgebäude, oder der „Latrinae“ der Toilette, die sich außerhalb des Lagers befand. Die einzelnen Bezeichnungen für die Teile des Lagers sollen sich so spielerisch und damit leichter einprägen.

Neben dem Rundgang durchs Lager gibt es noch etliche andere „Spiele“ – darunter auch Arbeitsblätter oder verschiedene Kreuzworträtsel, die ebenso helfen sollen, Geschichte und Sprache zu vermitteln.

Weitere Fachbereiche

Zwei Wochen, so Lehrerin Dorothe Weiß, haben sich die Schüler außerhalb des Unterrichts mit der Entwicklung und Realisierung der Spiele beschäftigt. Ob das Ganze dann auch bei den jüngeren Schülern ankommt, das wird sich in der kommenden Woche zeigen, wenn sich bei den Projekttagen der 5. und 6. Klassen die Schüler damit beschäftigen.

Ziel ist es, so Michel-von Dungern, das Ganze in den kommenden Jahren weiter zu entwickeln und eine museumspädagogische Mappe zu erstellen – und irgendwann einmal auch die Fachbereiche Geschichte und Kunst mit in die Museumsarbeit einzubeziehen.