Seit langem brennt das Thema Feuerwehrhaus in Geesdorf unter den Nägeln. Nun hat der Wiesentheider Gemeinderat einen Neubau beschlossen. Das künftige Gebäude wird am neuen Sportplatz, am südöstlichen Ortsrand, errichtet. Rund eine Million Euro nimmt die Kommune dafür in die Hand.

Ausgiebig diskutiert wurde darüber in der Ratssitzung. Nicht, weil jemand die Notwendigkeit anzweifelte, aber zum Standort gab es unterschiedliche Meinungen. Mancher Gemeindevertreter hatte den freien Platz in der Ortsmitte, direkt an der scharfen Kurve der Hauptstraße, favorisiert.  

Dazu sorgte die Sitzungsvorlage für Irritationen, weil die Verwaltung in die Möglichkeiten die zu schaffende Ringleitung für die Wasserversorgung im Dorf mit eingerechnet hatte. Dazu kamen noch die Kosten für eine Erschließung des als Ausschank genutzten Gebäudes am neuen Sportplatz. Die vielen Zahlen machten das Ganze anfangs schwer durchschaubar.

Für und Wider der drei ausgewählten Standorte

Andreas Laudenbach und Walter Rosentritt (beide Pro Wiesentheid) hatten für das Verschieben des Punktes plädiert. Der Tagesordnungspunkt bestehe aus drei verschiedenen Punkten, die man jeweils gesondert betrachten solle. Mit 9:8 Stimmen votierte die Mehrheit knapp dafür, doch schon in dieser Sitzung über das Thema zu entscheiden.

Zunächst hatte Bürgermeister Klaus Köhler das Für und Wider der drei ausgewählten Standorte fürs neue Gerätehaus der Wehr vorgetragen. Ein möglicher Platz in der Rüderner Straße schied gleich aus, der einstige Bauernhof steht unter Denkmalschutz. Ein Fachmann vom Amt riet nicht nur wegen der wegen des Denkmalschutzes schwierig zu kalkulierenden Kosten ab.

Der zweite Standort, unweit davon, war das Grundstück an der Kurve der Staatsstraße. Es befindet sich im Eigentum der Gemeinde und wurde später vor allem wegen der günstigeren Kosten von einigen favorisiert. Für die 673 Quadratmeter große Fläche wurden zwei Alternativen aufgezeigt. Daneben wäre Platz für sechs Parkplätze. Hier lagen die berechneten Kosten mit Ringschluss und Anschluss des Ausschanks bei 774 715 Euro (Variante eins), beziehungsweise  874 663 Euro.

Als weiterer Entwurf wurde der Bau auf grüner Wiese außerhalb, direkt im Anschluss an den neuen Sportplatz, vorgeschlagen. Dort bestehen keine beengten Verhältnisse, das Ganze war mit 1,019 Millionen Euro (mit Ringleitung und Ausschank) die teuerste Variante.

Ausfahrt direkt in der Kurve zu gefährlich

Einige Räte meldeten sich bei der Diskussion zu Wort. Michael Rückel, der in Wiesentheid Kommandant der Wehr ist, plädierte für die Lösung am Ortsrand. Die Ausfahrt am Standort im Ort direkt in der Kurve sei zu gefährlich. Dazu habe die Wehr dort keine Übungsfläche auf dem Gelände, auch keinen Schulungsraum und kein Büro.  Man müsse weiter denken, der Bau sei "für die nächsten 40 Jahre", so Rückel.

Den Platz im Ort hatte Geesdorfs Gemeinderat Thorsten Ott zunächst auch favorisiert, wie er sagte. Wegen der Verkehrssituation und auch mit Blick auf die Zukunft, halte er mittlerweile einen Neubau außerhalb jedoch für sinnvoller. Andere, wie Hans Müller oder Andreas Laudenbach, plädierten aus finanziellen Gründen für die günstigere Lösung im Ort.

Mit zehn zu fünf Stimmen fiel die Entscheidung letztlich für den Neubau auf der grünen Wiese. Mit entstehen wird also auch die Ringleitung für die Wasserversorgung sowie ein Anschluss für den Ausschank des FC am neuen Sportplatz.