Auch die Hallenbäder im Landkreis Kitzingen sind vom erneuten Lockdown betroffen.  Die Türen der Freizeit- und Sporteinrichtungen bleiben für Besucher geschlossen. Dieser Zustand ist nicht nur für hiesige Wasserratten traurig, sondern stellt die Betreiber auch vor eine Herausforderung. Welche Aufgaben haben sie aktuell und wie lange können sich die Badebetriebe  finanziell noch über Wasser halten?

In Volkach erledigen die Mitarbeiter des städtischen Hallenbads vor allem Wartungsarbeiten, erklärt Badleiter Roland Firsching. Die Hälfte der Mitarbeiter arbeite aktuell im Wechsel beim Bauhof. "So können wir alle auch während des Lockdowns beschäftigen", sagt Harald Troll, Leiter des Bauhofs in Volkach. Zwei Mitarbeiter seien immer im Hallenbad und kümmern sich um die Betriebssicherheit, die richtigen Wasserwerte und um Putzarbeiten.

Hallenbäder im Lockdown: Warten und warten

Für die Instandhaltung des Bades müsse die Technik weiterlaufen, weswegen auch das Wasser nicht abgelassen wurde. Deshalb seien die Energiekosten trotz Ecobetrieb und gesenkter Badewassertemperatur dennoch hoch. "So könnten wir aber auch jederzeit wieder in den Badebetrieb gehen", merkt Troll an.

"Der erneute Lockdown ist für unser Hallenbad wirklich hart."
Andreas Maurer, Betriebsleiter des Hallenbads Iphofen

"Der erneute Lockdown ist für unser Hallenbad wirklich hart", sagt der Badebetriebsleiter des Hallenbads in Iphofen, Andreas Maurer. Im vergangenen Jahr habe man ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet, das von Mitarbeitern und Besuchern gut umgesetzt wurde. "Dass wir in der üblichen Winter-Hochphase schließen müssen, ist ein großer Verlust", bedauert Maurer die aktuelle Situation. Normalerweise hat das Bad ganzjährig geöffnet. Auch das Wegfallen von Schwimmkursen und Schulschwimmen sei bedauerlich. 

Während der Schließung werden auch dort vor allem Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten erledigt. Dabei nehme man sich der Aufgaben an, für die im laufenden Betrieb die Zeit fehle. Zum Beispiel die intensive Reinigung der Anlagen und Reparaturen. "Das sind allerdings alles Maßnahmen von nicht allzu großer Dauer", erklärt der Betriebsleiter. 

Zwar werden 30 Prozent der Betriebskosten von der Kommune gedeckt, da das Hallenbad Iphofen ein kommunaler Bäderbetrieb ist. Trotzdem steige die finanzielle Belastung, merkt Maurer an. Es gäbe Bäder, die die Wasseraufbereitung außer Betrieb nehmen und das Wasser ablassen, um Kosten zu sparen. In Iphofen sei das allerdings nicht der Fall. "Das hängt mit dem Alter unseres Bades zusammen; die Betriebsschwankungen könnten die Technik und die Becken strapazieren", erklärt der Betriebsleiter.

"Ich hoffe, dass wir vielleicht am Ende des ersten Quartals wieder mitspielen dürfen."
Andreas Maurer, Betriebsleiter des Hallenbads Iphofen

Auch die Mitarbeiter müssten weiter bezahlt und beschäftigt werden. Von normalerweise 100 Arbeitsstunden im Monat würden aktuell lediglich ein bis zwei Stunden täglich aufgebracht. Diese verteilten sich auf sieben fest angestellte Mitarbeiter; Aushilfskräfte könnten gar nicht beschäftigt werden. 

In der Kommune habe man jedoch den Vorteil, dass ein Teil der Mitarbeiter in andere Arbeitsbereiche versetzt werden konnte. "So können wir diese schwierige Zeit mitarbeiterfreundlich überbrücken", erklärt Maurer. Er glaubt, dass Hallenbäder mit Sicherheit nicht die ersten sein werden, die wieder öffnen werden. "Ich hoffe, dass wir vielleicht am Ende des ersten Quartals wieder mitspielen dürfen. Das ist aber nur eine vage Hoffnung."

Hallenbad auf dem Trockenen

Im Hallenbad in Dettelbach wurde im Unterschied zu den anderen Bädern das Wasser aus dem Becken gelassen, teilt Corinna Petzold-Mühl, Pressesprecherin des Landratsamts Kitzingen mit. Damit wollen die Betreiber Kosten sparen. Auch hier werden im Lockdown Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten erledigt. "Die meisten der Arbeiten werden durch unser eigenes Landkreis-Personal durchgeführt", sagt Petzold-Mühl. 

Es werden aktuell auch Aufgaben erledigt, die normalerweise während der Schließung in den Sommerferien geplant waren. "So möchten wir flexibel sein, um möglicherweise das Hallenbad in den Sommerferien öffnen zu können", erklärt die Pressesprecherin.

Die beiden Schwimmmeister werden momentan in anderen Arbeitsbereichen des Landkreises eingesetzt – zum Beispiel zur Steuerung der Besucherströme in der Zulassungsstelle. "Unsere Hoffnung ist eine möglichst baldige Inbetriebnahme ohne Gefahr für alle Besucher", schließt sie ab.

"Da sind wir aktuell am absoluten Minimum."
Peter Zimmermann, Betriebsleiter Aqua Sole Kitzingen

Im Kitzinger Hallen- und Freibad Aqua Sole sieht die Situation ähnlich aus. Es werden Wartungen und Instandsetzungen erledigt, die sonst nur in Nachtschichten möglich seien, erklärt Betriebsleiter Peter Zimmermann. Das Aufgabenportfolio sei riesig und es werde sowohl im Hallen- als auch im Freibad gearbeitet. Zimmermann habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Energie- und Personalkosten zu senken: "Da sind wir aktuell am absoluten Minimum."

Seine Hoffnung liege auf einem klaren Termin mit eindeutigen Bedingungen für eine Wiedereröffnung, so der Betriebsleiter. "Aktuell freuen wir uns einfach darauf, wieder Gäste empfangen zu dürfen und ihnen eine Auszeit zu ermöglichen."