Etwa 100 Aussteller machen den sonst so beschaulichen Schlossgarten in Castell wieder zu einem besonderen Ort für Kunst, Design und kulinarische Entdeckungsreisen. Die 17. Landhaustage sind seit Christi Himmelfahrt im Gange und waren schon in den ersten Tagen Publikumsmagnet.

Mitveranstalter Arthur Wirtzfeld von der Landhaus GbR schätzte am Abend des ersten Tages, dass knapp 5000 Besucher kamen. Besucher, die das Besondere schätzen und das Ungewöhnliche suchen. „Alles ist gut gelaufen, die Aussteller waren bisher sehr zufrieden“, so Wirtzfeld. Noch bis Sonntag (jeweils von 11 bis 19 Uhr) sind exklusive Lebensart für Haus und Garten, Mode und Lifestyle zu bewundern, dazu eine Reihe von Vorführungen.

Gleich nach dem Eingang hat die Künstlerin Lioba Siemers ihr Malatelier unter einem großen Kastanienbaum eingerichtet, wo ihr interessierte Gäste über die Schulter schauen konnten. „Für mich ist der Schlosspark ein Kraftort, wo ich mir neue Eindrücke für meine Bilder holen kann“, schwärmte sie. Jörg Ridderbusch hat auf der Wiese daneben seine Ausstellung unter dem Motto „Art of Eden“ aufgebaut: futuristisch anmutende bunte Kunstwerke aus Alteisen.

„Wir sammeln Schrott, zerkleinern diesen in passende Stücke und fügen ihn zu einmaligen Kunstwerken zusammen“, erläutert er.

Edle Pferde und lustige Einlagen

Ein modernes Ausstellungskonzept hatte der Veranstalter entwickelt: In loser Folge zeigen weitere Künstler auf dem Gelände Exponate für Haus und Garten und dazwischen Geschäfte mit Mode von flippig bis gediegen. Überall ist zudem Platz, um Ruhe zu finden oder sich mit Essen und einem Glas Wein zu stärken. Am Schlossberg standen zwei junge Besucherinnen, die den Blick auf das Schloss in einem Malbuch skizzierten.

Aufgelockert ist die Stimmung beim lustigen Pfeifenmacher Norbert Riemer, der die kleinste rauchbare Pfeife zeigt, mit der er sich einen Eintrag ins Guinnessbuch sicherte. Oder auch der „Hexenbesenbinder“ Hans Küsters, (er wohnt tatsächlich in 93336 Hexenagger). Er führt vor, wie man Reisigbesen bindet. „Von der Traube bis zum Wein“ ist das Motto des Kellermeisters Reinhard Firnbach, der die Besucher durch die „Schatzkammer des Weingutes“, dem Schlossweinkeller, führt.

Weiterer Glanzpunkt sind die Vorführungen der Reitkunst mit Martina Lippmann mit ihren Lusitano-Pferden. Lusitanos stammen aus Portugal und sind die ältesten Reitpferde der Welt. Sie werden auch als Stierkampf-Pferde ausgebildet. Die Besucher waren fasziniert von den edlen Tieren, die sich unter der Begleitung von spanischen Gitarrenklängen mit ihrer Reiterequipe präsentierten und auch den „Hausherren“ begeisterten: Ferdinand Fürst zu Castell-Castell war mit seiner Familie ständig auf dem Platz zu sehen – und zeigte sich sehr zufrieden. Seine Bilanz der ersten Tage: „Die Akzeptanz der Aussteller und der Besucher ist über die Jahre stabil und trotz Mitbewerber im größeren Umkreis in den letzten Jahren sogar angestiegen.“