Die Anwohner entlang der Bahnlinie Marktbreit-Obernbreit leiden unter dem Lärm, doch eine entsprechende Schutzmauer lässt auf sich warten. Am Mittwoch trafen sich SPD-Abgeordnete aus Bund und Land und solche, die es werden wollen, im Marktbreiter Rathaus, um die Möglichkeiten einer raschen Hilfe auszuloten.

Von der Straße zur Autobahn bis zum Bahnhof habe Marktbreit bereits eine Zusage für eine Lärmschutzwand, informierte Bürgermeister Erich Hegwein (CSU), jetzt gehe es um den weiteren Verlauf bis nach Obernbreit. Dort hat sein Amtskollege Bernhard Brückner (CSU) aber ein ganz großes Problem: Der Bebauungsplan für das lärmgeplagte Siedlungsgebiet Sieben Bäume ist zwar 1972 beschlossen und 1973 genehmigt worden, aber erst – wieso auch immer – 1975 rechtskräftig geworden. Eine Anpassung an das zwischenzeitlich zum 1. April 1974 erlassene Bundesimmissionsschutzgesetz wäre nach Ansicht des zuständigen Ministeriums möglich gewesen, weswegen eine Förderung mit Bundesmitteln nicht möglich ist. Nur die Häuser, die vor dem 1. April 1974 genehmigt worden seien, hätten Anspruch auf eine Lärmsanierung.

Laut Berechnungen entstehe in den Siedlungen kein Lärm, laut Messungen aber schon, nämlich an einer Stelle sogar über 80 Dezibel, informierte Hegwein.

Dass eine Lärmschutzwand an der Strecke sinnvoll ist, wollte auch Franz Poschenrieder von der DB Projekt Bau nicht bestreiten. Er zählte aber auf, an welche Vorgaben er sich halten müsse. Zum einen gebe es eine Prioritätenliste, auf der die Strecke Gnötzheim-Winterhausen nicht an vorderster Stelle stehe. Erst müsse die Strecken, die vor Marktbreit/Obernbreit stünden, zum Beispiel Würzburg, abgearbeitet werden. Alles gleichzeitig gehe nicht, weil dazu Geld und Personal fehlten. Zum Thema Obernbreit meinte er, dass hier die Stichtagsregelung nach wie vor Bestand habe. Hier sie nun die politische Schiene gefragt, doch noch eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen. Dafür will sich nun Martin Burkert, Vorsitzender der Landesgruppe Bayern und Bahnbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion, stark machen. Burkert informierte über die Umrüstung zu leiseren Güterwagen, forderte mehr Geld für den Lärmschutz und will ein Sonderprogramm für Bayern. Und es müsse schneller gehen, denn die lange Dauer bis zur Verwirklichung eines hörbaren Lärmschutzes ist auch für den Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib ein Ärgernis.

Laut Poschenrieder könnte die Planauslegung noch vor den Sommerferien stattfinden. Dann komme es auf die Kommunen und Bürger an, welche Einwände vorgebracht werden. Mit dem Bau begonnen werde sicher nicht vor 2015. Ein Vorhaben wie dieses dauere ein bis eineinhalb Jahre. Grundsätzlich sei es auch möglich, dass Obernbreit, wenn tatsächlich keine Förderung möglich ist, die Kosten für eine Lärmschutzwand selbst trägt, wobei die 300 bis 400 Meter der Gemeinde eine Million Euro kosten würden.

Bürgermeister Brückner setzt auf die politische Schiene. „Die bleibt mir, weil es das Gesetz anders sagt.“ Einen solchen Fall wie Obernbreit gebe es nur noch ein weiteres Mal in Bayern, deshalb könnte man hier eine Ausnahme zulassen. „Wir müssen an die Bürger denken“, betonte Brückner, nicht nur an Vorgaben. Wichtig sei, dass die Bewohner der Siedlungen nicht so viel Lärm abkriegen.