Der S-förmige Verlauf der Staatsstraße 2272 soll zwischen den Biebelrieder Ortsteilen Kaltensondheim und Westheim auf einer Länge von rund 700 Metern begradigt werden.

Darüber berichtete Thomas Endres vom Staatlichen Bauamt in der Sitzung des Gemeinderates Biebelried und begründete das Vorhaben mit einer auffälligen Unfallhäufung. Einschließlich eines rund 380 Quadratmeter umfassenden Grunderwerbs beziffern sich die Baukosten auf rund 600 000 Euro.

Der Ausbau könnte laut Endres 2015 durchgezogen werden. Danach werde die alte Trasse teilweise abgerissen, der Rest zur Erschließung des Kaltensondheimer Baugebiets Zentlänge verwendet. Neu war für den Vertreter des Bauamts, dass der Ausbau bereits seit 1991 diskutiert wird und die benötigten Flächen bereits bei der Flurbereinigung abgemarkt wurden, wie Gemeinderat Udo Hager sagte. Endres räumte ein, dass dies im Bauamt nicht bekannt sei, die verwendeten Daten aber vom Vermessungsamt gekommen seien.

„Die Pläne hätte ich gerne in den Sitzungsunterlagen gehabt“, sagte Gemeinderätin Renate Zirndt und bezeichnete das Vorhaben als absolut notwendig. Gleichzeitig ist für sie die vorgesehene Erschließung des Baugebietes ungeeignet. Im Außenbereich sei eine Anbindung ohne Abbiegespur nicht möglich. Dies alleine werde rund 200 000 Euro kosten, sagte Endres. Eine Summe die erneut bei Zirndt auf Widerstand stieß: Die Gemeinderätin forderte eine Erschließung ohne Beteiligung der Gemeinde.

„Dann müssen wir die Zufahrt anders regeln“, fand auch Gunnar Kraus. Nicht benötigte Grundstücke müssten eben zurückgegeben werden. Andrea Czech betonte, die Entschärfung der Kurven und die Abbiegespur müssten getrennt betrachtet werden. Werde das Ortsschild versetzt, erübrige sich die Abbiegespur.

Bürgermeister Roland Hoh hatte bei einer von der Gemeinde finanzierten Abbiegespur Zweifel, ob das Baugebiet – hier sollen rund 20 Bauplätze entstehen – wegen der Kostenumlegung noch finanziell attraktiv sei. Einen Antrag, das Schild zu versetzen, könne man an die Regierung richten, so Endres. Eine Genehmigung sei aber unwahrscheinlich.

Der Straßenausbau fand am Ende eine Mehrheit: Mit acht gegen zwei Stimmen bekam die Begradigung ein Votum.