Die Aktion „Kunst geht fremd“ hat sich längst bewährt und feiert in diesem Jahr die zehnte Neuauflage. Dabei tauschen 16 unterfränkische Museen mit unterschiedlichen Konzepten und Schwerpunkten ihre Kunst. 16 Ausstellungsstücke präsentieren sich in einem neuen, regionalen Umfeld, in fremder Atmosphäre und verändertem Kontext.

Die Veranstalter laden ein, Kunst in anderen, fremden Zusammenhängen zu sehen, neue Museen zu entdecken und auf diese Weise einmal ganz Unterfranken in voller Farbenpracht zu erfahren. Im Landkreis Kitzingen tauschen das Knauf-Museum in Iphofen, das Fastnachtmuseum in Kitzingen, sowie die Barockscheune in Volkach. Bis zum 8. November läuft die Aktion. Die Museen im Überblick:

Knauf-Museum Iphofen

Das Knauf-Museum sieht rot. Dort ist ein Werk ohne Titel des Schweinfurter Künstlers Rupprecht Geiger ausgestellt. Es stammt aus der Kunsthalle in Schweinfurt. Es ist ein Siebdruck auf Karton auf weißem Hintergrund. Der Druck ist gefärbt mit verschiedenen Rot-Tönen. Beim genauen Betrachten schimmern diese Rot- und Rosa-Töne.

Im Gegenzug verleiht das Knauf-Museum eine Skulptur mit einem liegenden Nilpferd aus dem Mittleren Reich, der aus der Zeit um 1900 vor Christus stammt. Die Fayence mit türkisblauer Glasur ist im Heimatmuseum Ebern ausgestellt. Öffnungszeiten des Knauf-Museums: Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr, Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Deutsches Fastnachtmuseum Kitzingen

In Kitzingen sind verschiedene Figurenmodelle von Johann Peter Melchior aus der Zeit um 1770 zu Gast. Sie entstammen der Porzellanmanufaktur Höchst. Die orientalisch verkleideten Figuren zeigen die Faszination an allem Fremdländischen, die sich im 18. Jahrhundert niederschlug. Das Deutsche Fastnachtmuseum stellt der Türkenkapelle die Illustrationen und Buchausgaben zu Nasreddin Hoca gegenüber. Nasreddin, um 1200 in Anatolien, geboren, gilt als türkischer Till Eulenspiegel. Seine Streiche und Geschichten sind im gesamten orientalischen Raum bekannt und beliebt.

Das Fastnachtmuseum schickt im Gegenzug den „Freiburger Fastnetsrufer“, eine Figur aus Lindenholz, an das Museum im Kulturspeicher in Würzburg. Öffnungszeiten des Fastnachtmuseums Kitzingen: Dienstag bis Sonntag: 13 bis 17 Uhr (letzter Einlass: 16.30 Uhr).

Museum Barockscheune Volkach

Im Museum Barockscheune findet sich noch bis Anfang November der „Fremdgänger“ aus dem Museum im Kulturspeicher Würzburg. Es ist ein Bild ohne Titel des Malers Kuno Gonschior aus dem Jahr 1971 und passt durch seine Gestaltung zu dem diesjährigen Motto „Kunst bekennt Farbe“. Gonschiors Werk beschäftigt sich mit dem Komplementärkontrast, der entsteht, wenn zwei Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, zusammentreffen. Grüne Kreis auf rotem Grund: „Dieser moderne Fremdgänger setzt einen leuchtenden thematischen und geografischen Kontrast zum Rest unserer Sammlung“, hebt Volkachs Museumsleiterin Margit Hofmann hervor. 

Gleichzeitig verleiht die Barockscheune Volkach ein Bild an das Museum Johanniskapelle Gerolzhofen. Es ist ein Porträt des afghanischen Jungen Sharbat, das von Antonia Oberst, einer Schülerin des Gymnasiums Gaibach, gemalt wurde. Die junge Künstlerin setzt sich darin mit Gewalt, Terror, Misshandlung und Krieg auseinander. Öffnungszeiten des Museums Barockscheune Volkach: freitags 14 bis 17 Uhr, samstags, sonntags, feiertags 11 bis 17 Uhr.

Folgende Museen nehmen an der Tauschaktion teil: Museen Schloss Aschach, Museum für jüdische Geschichte und Kultur Aschaffenburg, Museum Obere Saline Bad Kissingen, Heimatmuseum Ebern, Museum Terra Triassica Euerdorf, Museum Johanniskapelle Gerolzhofen, Knauf-Museum Iphofen, Deutsches Fastnachtmuseum Kitzingen, Spessartmuseum Lohr am Main, Kreisgalerie Mellrichstadt, Museum Stadt Miltenberg, Kunsthalle Schweinfurt, Jüdisches Museum Veitshöchheim, Museum für Franken in Würzburg, Museum im Kulturspeicher in Würzburg und Barockscheune in Volkach.

Anmerkung: In einer früheren Fassung stand, dass das Knauf-Museum eine Skulptur mit einem liegenden Elefanten verleiht. Es handelt es sich aber um ein liegendes Nilpferd.