Mit etwa 25 Bürgerinnen und Bürgern war die Resonanz bei der allerersten Bürgerversammlung von Dettelbachs Bürgermeister Matthias Bielek zwar etwas dürftig.

Die Gekommenen, darunter auch einige Stadträte, erfuhren aber einige Neuigkeiten und erhielten zudem einen kurzen Überblick über die Zahlen und Projekte in der Stadt. Außerdem wurde mitgeteilt, dass das Renovieren von Häusern in der Altstadt dank einer neuen Satzung mit bis zu 80 Prozent bezuschusst werden kann.

Autonome Busse zwischen Dettelbach und Bahnhof?

Später berichtete Bürgermeister Bielek von ersten Gesprächen mit dem Unternehmen ZF bezüglich einer Strecke mit autonomen Bussen. Altbürgermeister Reinhold Kuhn hatte zuvor zum Thema Öffentlicher Personennahverkehr nachgefragt. Bei der Strecke für die Busse wird die alte Bahnstrecke von der Stadt Dettelbach aus in Richtung des Bahnhofs ins Visier genommen. ZF halte es laut Bielek durchaus für interessant, eine Verbindung einzurichten. Man wolle erst einmal die Voraussetzungen genau prüfen, bis Ende Juli erhalte die Stadt Nachricht, ob es technisch überhaupt möglich wäre, dort Busse einzusetzen.

Ein Grund für das aufgekommene Interesse liege am Industriegebiet Ost, in dem derzeit das Textilunternehmen s.Oliver ein großes Logistikzentrum errichtet. Über 500 Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Gerade dieses habe der Stadt laut Bürgermeister "viele Türen geöffnet, auch bei der Bahn." Bielek berichtete, dass nun auch eine Erweiterung der Bahnsteige in Dettelbach-Bahnhof erfolgen solle. Noch vor einem Jahr sei eine Anfrage in dieser Richtung als chancenlos bewertet worden.

Von Erhaltungssatzung können auch Bürger profitieren

Ein Kernpunkt der Bürgerversammlung im Rathaus war die Erhaltungssatzung für die Altstadt. Das neue Papier sei eine Art Ergänzung zum vorhandenen Ensemble- und Denkmalschutz, ein zusätzliches Werkzeug, wie es Städtebauarchitektin Sylvia Haines ausdrückte. "Ein weiterer Baustein zum Erhalt des denkmalgeschützen Werts", nannte sie das Erstellen der Satzung. Gerade in der Dettelbacher Altstadt bestünden "sehr viele erhaltenswerte Anlagen", wunderschöne Gebäude, die nicht als Einzeldenkmal geschützt seien.

Die Erhaltungssatzung, die nun ausgearbeitet wird, ist ein etwa dreiseitiges Dokument. Sie ergänze die bestehende Gestaltungssatzung. Der springende Punkt, warum sie erstellt wird, sind die Zuschüsse. Anstatt bisher etwa 60 Prozent, sei dann bis zu 80 Prozent möglich, erläuterte Bürgermeister Bielek. Das komme nicht nur der Stadt bei einer Sanierung des markanten Götz-Hauses in der Altstadt entgegen, die man nun angehen wolle. Auch private Projekte könnten von profitieren.

Ensemble um Wallfahrtskirche mit einbeziehen

Bei den Wortmeldungen sprach Altbürgermeister Reinhold Kuhn an, dass weitere Dorferneuerungen in den Stadtteilen wünschenswert wären. Dieses Thema wolle er in den nächsten Monaten aufgreifen, sicherte Bielek zu. Später plädierte sein Vorgänger dafür, das Ensemble um die Wallfahrtskirche mit ins Förderprogramm mit einzubeziehen. Dazu sei die Stadt bereits in Gesprächen mit der Städtebauförderung, hieß es.

Außerdem fragte ein Bürger, ob künftig Fotovoltaik in der Altstadt möglich sei. Alternativ könne die Stadt eine Ackerfläche pachten, um sie Bewohnern der Altstadt dafür zur Verfügung zu stellen. Angesprochen wurden weiterhin öffentliche Ladesäulen. Ein weiterer Bürger monierte, dass unbedingt wieder Bürgerversammlungen in den Stadtteilen stattfinden sollten. Das werde in nächster Zeit der Fall sei, sicherte Bürgermeister Bielek zu. Außerdem wurde der Wallfahrtsweg, als "Zumutung für Radfahrer und Fußgänger" beanstandet.

Anfangs hatte Bürgermeister Bielek kurz auf die finanzielle Situation seiner Kommune geblickt. Erfreulich sei dabei, dass die Stadt erstmals über fünf Millionen Euro aus der Gewerbesteuer einnehme. Der Haushalt für dieses Jahr belaufe sich auf 37 Millionen Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung liege bei 207 Euro. Er wies darauf hin, dass der neue Kindergarten zwischen Bibergau und Effeldorf pünktlich zum 1. September bezogen werde. Bei den Kosten sei man in etwa im kalkulierten Rahmen von 4,6 Millionen Euro geblieben.