„Ich sehe mich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, den Vorstand zu übernehmen“. Diese, von Schriftführer Arno Ewert verlesene Botschaft, schlug bei den Mitgliedern der Kitzinger Tafel ein wie eine Bombe. Manfred Seigner, langjähriger Vorsitzender und so etwas wie die personifizierte Tafel, kann nicht mehr. Ein Botschaft, deren Tragweite sich am Freitag im Kitzinger Bauhof bei der Mitgliederversammlung nur langsam in den Köpfen breit machte.

In einem ebenfalls von Ewert verlesenen Jahresrückblick Seigners hatte der von einer soliden finanziellen Basis berichtet. Kassiererin Ursula Kainer betonte, die Zahl der Mitglieder liege unverändert bei 167. Steigend sei die Zahl der Bedürftigen. 320 Berechtigungsausweise für 435 Erwachsene und 327 Kinder seien ausgegeben wurden. Die Zahl der Abholer sei von 5341 (2013) auf 6343 im Jahr 2014 gestiegen. Mit Blick auf die finanzielle Unterstützung, welche die Stadt Kitzingen dem Stadtmarketingverein für dessen ehrenamtliche Arbeit gewähre, erinnerte Kainer daran, dass die Ehrenamtlichen der Tafel, wenn man einen Mindestlohn von 8,50 Euro zu Grunde lege, 2014 Arbeit im Wert von 83 583 Euro geleistet hätten.

Schnell zeigte sich, dass der Versuch Ewerts, die Wahl für einen neuen Vorstand zu organisieren, zum Scheitern verurteilt ist. Wahlleiter Kurt Lamparter stellte den Antrag, die Wahl auszusetzen, um eine Lösung zu suchen. Der bisherige Vorstand solle so lange den Verein weiter führen. Termin für die Neuwahl ist Freitag, 25. September.

In einer Diskussion wurde deutlich, dass die Arbeit der Ehrenamtlichen schwieriger wird. Müller berichtete, dass Mitglieder der Tafel oft beschimpft und beleidigt würden. Berechtigungsausweise würden weitergegeben, der Informationsfluss mit den Behörden lasse zu wünschen übrig. Inzwischen sei man auch durch die steigende Zahl von Asylbewerbern überfordert, die Lebensmittel reichten kaum noch aus.