Das Bürgerbegehren zum Standort einer Kinderkrippe auf dem Mehrgenerationenplatz in Wiesentheid geht in die Endphase. Laut einer Pressemitteilung des Bürgerblocks können sich die Wahlberechtigten noch bis Dienstag, 28. Februar, in die Listen eintragen.

Deutlichen Rückhalt für die Initiative sieht Fraktionschef Michael Rückel schon jetzt. Allerdings: Auch der Gegenwind, vor allem aus der CSU, ist kräftig.

„Ziellinie deutlich überschritten“

Noch „geheim“ – laut einer Absprache der Bürgerblock-Fraktion – sei die Zahl derer, die sich in die Listen des Bürgerbegehrens eingetragen haben und damit für die Erweiterung des Kindergartens Hortus Mariae am Mehrgenerationenplatz, sagt Fraktionschef Michael Rückel. Der betont aber: „Wir haben die Ziellinie deutlich überschritten“. Die liegt bei zehn Prozent der Wahlberechtigten. Das wären knapp 400 Bürger.

Wie viele es genau sind, wird sich am 28. Februar zeigen. Einen Tag später wollen die drei Vertreter des Bürgerbegehrens die Listen im Rathaus abgeben, wie es in einem Presseschreiben heißt. Wenn die Unterschriften geprüft sind, ist der Gemeinderat am Zug. Der wird laut Rückel am 16. März entscheiden, ob er das Bürgerbegehren für zulässig hält. Tut er das, darf die Gemeinde bis zum Bürgerentscheid nichts unternehmen, was den Zielen des Bürgerbegehrens widersprechen würde.

Gegner setzten auf Neubau

Während der Bürgerblock weiter Stimmen sammelt, setzt die Gegenbewegung im Gemeinderat auf Information zu einer Standort-Alternative für die umkämpfte Kinderkrippe. CSU-Fraktion und die Fraktionsgemeinschaft BV Geesdorf, WG Reupelsdorf, CWG und WOW machten laut Presseschreiben beim Bürgertreff mit rund 40 Wiesentheidern deutlich, warum sie gegen den Standort Mehrgenerationenplatz sind und für einen Kinderkrippenneubau an der Straße Richtung Prichsenstadt.

Die Krippe wäre Teil eines neuen Wohngebiets, das der Gemeinderat vor kurzem auf den Weg brachte – per Änderung des Flächennutzungsplanes. Allerdings: Die Gemeinde besitzt in dem Bereich – noch – keine Flächen. Trotzdem sahen die Verantwortlichen beim Bürgertreff den Standort für passend an. Wenn hier eine Kinderkrippe gebaut werde, könnte spätere Erweiterungen oder Umnutzungen mit eingeplant werden – die Krippe könne „wandelfähig“ gebaut werden, so der Pressetext.

Plädoyer für die „grüne Lunge“

Genau diese Möglichkeit fehle beim Mehrgenerationenplatz. Um hier die Krippe einpassen zu können, brauche es eine Reihe von Veränderungen und Umgestaltungen. Zudem wäre eine spätere Erweiterung „schwer umsetzbar und würde den Mehrgenerationenplatz weiter dezimieren.“ Und genau das wollen die Gegner des Standorts nicht: Der Platz, der von Jung und Alt rege genutzt werde, „soll als innerörtlicher Treff zum Spielen und als 'grüne Lunge' erhalten und vielseitig nutzbar bleiben“, heißt es im Schreiben.

Ob der Kindergarten Hortus Mariae erweitert wird oder die Krippe an der Straße nach Prichsenstadt entsteht, wird sich schnell zeigen. Das Bürgerbegehren werde „intensiv“ auf rechtliche Zulässigkeit geprüft, betonte Bürgermeister Werner Knaier auf Anfrage. Auch die Rechtsaufsicht im Landratsamt werde dazu eingeschaltet. Am 16. März werde dann der Gemeinderat sein Votum zum Bürgerbegehren abgeben. Eines schließt Knaier dabei aus: „Ein Ratsbegehren machen wir nicht“.