13 573 bearbeitete Vorgänge, 10 193 Einsätze - das ist die Bilanz der Kitzinger Polizeiinspektion für das vergangene Jahr. Die 13 573 Vorgänge beinhalten neben Verkehrsunfällen, Verkehrsstraftaten, Ordnungswidrigkeitsverfahren und Berichten an andere Behörden auch 2938 Straftaten, die in die polizeiliche Kriminalstatistik eingeflossen sind. Das ist die niedrigste Zahl seit zehn Jahren.

Wie aus dem Jahresbericht weiter hervorgeht, lebte man 2019 statistisch gesehen am sicherten in Martinsheim, am unsichersten war die Stadt Kitzingen. Insgesamt lag die Aufklärungsquote bei 67 Prozent, von den 2938 registrierten Straftaten wurden somit 1968 Fälle geklärt. 

Im Einzelnen schlugen folgende Delikte zu Buche: 709 Diebstähle, 514 Sachbeschädigungen, 475 Rohheitsdelikte sowie 457 Vermögensdelikte. Die Statistik weist zudem 34 Gewalttaten gegen Polizeibeamte aus, 15 von ihnen wurden dabei verletzt. 

Brandanschlag überlebt

Zu Straftaten gegen das Leben kam es in zwei Fällen. Anfang 2019 wurde im Bereich Steigerwald ein Mann im Schlaf von einem Feuer überrascht, das vorsätzlich in Tötungsabsicht gelegt wurde. Der Geschädigte wurde durch die Tat zwar verletzt, jedoch überlebte er den Brandanschlag. Im zweiten Fall handelte es sich um den Tod eines 40-Jährigen nach einem Unfall im häuslichen Bereich. Nach Abschluss des Verfahrens wurde festgestellt, dass kein Fremdverschulden vorlag. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung weist die Statistik 43 Fälle aus.

Die Rohheitsdelikten sanken von 576 auf 475 Fälle. Das lag vor allem am Rückgang der Körperverletzungen (minus 12,9 Prozent) sowie der Nötigungen (minus 26,1 Prozent). Die Aufklärungsquote in diesem Bereich lag bei 94,9 Prozent.

Wenn Einbrecher scheitern

Erneut zurückgegangen sind die Wohnungseinbrüche. So wurden im Bereich Kitzingen 17 Wohnungseinbrüche angezeigt. Die Aufklärungsquote betrug hier lediglich 17,6 Prozent. In sieben der 17 Fälle scheiterte der Einbrecher und musste den Versuch ohne Beute abbrechen. Insgesamt verursachten die Täter einen Schaden von 22 575 Euro. 

Weniger Anzeigen gab es bei den Vermögens- und Fälschungsdelikte. In 82 Prozent der 457 Fälle konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden. Es entstand ein Schaden von 2 449 455 Euro. Um 21 Prozent zugenommen haben die Sachbeschädigungen (514). Auffallend ist dabei, dass die Beschädigungen durch Graffiti um mehr als ein Drittel höher sind als im Vorjahr. Nicht einmal jede vierte Tat konnte einem Verursacher nachgewiesen werden. Deshalb hat die Polizei reagiert und inzwischen einen eigenen Sachbearbeiter installiert.

96 Drogenfahrten

Zurückgegangen ist die Rauschgiftkriminalität, von 285 im Jahr 2018 auf nunmehr 264 Fälle, In den meisten Fällen handelt es sich um den illegalen Besitz von Cannabis. Neben den Rauschgiftdelikten wurden 96 Drogenfahrten im Landkreis Kitzingen festgestellt. Im Bereich der Computerkriminalität wurden vergangenes Jahr 25 Taten abgezeigt.

Im Bereich der häuslichen Gewalt liegt die Polizeiinspektion Kitzingen mit 125 Taten, was einem Rückgang von 14,7  Prozent zum Vorjahr entspricht, an zweiter Stelle im Bereich Mainfranken. Auch hier gibt es einen eigenen Sachbearbeiter.

1434 Tatverdächtige

Insgesamt konnte die Polizei vergangenes Jahr 1434 Tatverdächtige ermitteln, 1114 davon waren Männer. Zur Jugendkriminalität: Hier wurden 311 Täter ermittelt, die jünger als 21 Jahre waren und somit unter das Jugendgerichtsgesetz fielen. Gemessen an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen sind 22 Prozent unter 21 Jahre.

Bei den 1968 geklärten Fällen traten 731 Personen in Erscheinung, die polizeilich bereits in der Vergangenheit als Täter überführt wurden. Somit sind 49 Prozent der Tatverdächtigen erstmalig aufgefallen. 83 Prozent der Tatverdächtigen haben die Tat alleine verübt, 190 Täter standen unter Alkoholeinfluss. In sieben Fällen wurde vom Täter eine Schusswaffe mitgeführt.

Der Bereich Ausländerkriminalität: Mit 411 Personen machen sie über ein Viertel der Tatverdächtigen aus. 126 der nichtdeutschen Tatverdächtigen sind sogenannte Zuwanderer.

Knapp 1100 Veranstaltungen

Wie es in dem Bericht weiter heißt, fanden 2019 im Landkreis Kitzingen an 235 Tagen insgesamt knapp 1100 Veranstaltungen statt. Darunter fallen die insgesamt 37 Weinfeste gleichermaßen wie diverse kleinere Feste in den einzelnen Landkreisgemeinden. 14 der durchgeführten Veranstaltungen wurden polizeilich betreut. Das 71. Volkacher Weinfest im August als größtes Weinfest in Franken brachte es auf 56 500 Besucher an fünf Tagen. Es gab dabei elf Polizeieinsätze, vier Personen mussten in Gewahrsam genommen werden.