Kredite zurückzahlen – das kann sich ziehen. So nahm der Landkreis beispielsweise für die Generalsanierung des Landratsamtes Ende der 1980er Jahre eine langfristigen Kredit auf, der bis zum heutigen Tag noch getilgt wird. Inzwischen muss am Landratsamt erneut Hand angelegt werden, etwa für eine neue Heizungsanlage, die alleine 380 000 Euro verschlingen wird. Diesmal geht das ohne Kredit über die Bühne: Auch für den Haushalt 2021 kommt Kreiskämmerer Toni Orth zurecht, ohne Geld ausleihen zu müssen. Im Gegenteil: Es werden noch einmal von den 11,1 Millionen Euro Schulden gut 1,1 Millionen abgebaut. Weshalb der Schuldenstand Ende dieses Jahres bei knapp unter zehn Millionen Euro liegen wird.

Getrübt wird diese an sich schöne Nachricht allerdings vom Blick in die Zukunft: Es könnte der vorerst letzte Haushalt ohne neue Schulden gewesen sein. Nachdem bereits das diesjährige Zahlenwerk laut Landrätin Tamara Bischof "außerordentlich eng gestrickt ist", deutet vieles darauf hin, dass es ab dem kommenden Jahr – nicht zuletzt wegen der Corona-Auswirkungen – ohne Neuverschuldungen nicht mehr gehen wird.

Der 21er Haushalt, der den Bürgermeistern traditionell bei einer Dienstbesprechung vorgestellt wurde, liegt mit einem Gesamtvolumen von 105,9 Millionen Euro knapp über dem Vorjahresniveau.  Davon entfallen 92,9 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 12,9 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Wichtigste Einnahmequelle ist die Kreisumlage, also Geld, das die Städte und Gemeinden an den Kreis zahlen, weil der Kreis selber keine Steuereinnahmen hat. Die Kreisumlage ist nach einem gewissen Punktesystem aufgebaut. Das hatte 2019 mit 39 Punkten einen Tiefstand erreicht, der sich auch bayernweit sehen lassen konnte. Vergangenes Jahr gab es dann eine Erhöhung auf 39,5 Punkten, was dem Landkreis 45,2 Millionen Euro in die Kasse spülte.

Weniger Einnahmen – trotz Erhöhung

Für dieses Jahr nun erhöht sich der Satz auf 41 Punkte. Hinter jedem Punkt steckt etwa eine Million Euro, die sich je nach wirtschaftlicher Entwicklung jährlich verändern kann. Und so kommt es diesmal zu einem Effekt, der deutlich zeigt, wie sich die Dinge gerade verschlechtern: Obwohl der Kreis den Hebesatz um 1,5 Prozent erhöht, werden die Einnahmen am Ende weniger und liegen nur noch bei 43,7 Millionen. Das heißt: Der Kreis hat hier 1,5 Millionen Euro weniger zur Verfügung. Neben den 43,7 Millionen Euro von den Städten und Gemeinden kommen auf der Einnahme-Seite als zweitwichtigster Posten die Schlüsselzuweisungen in Höhe von 15,9 Millionen Euro hinzu.

21,5 Millionen gehen an den Bezirk

Ein großer Teil der Einnahmen gibt der Landkreis allerdings direkt an den Bezirk weiter, diesmal sind es 21,5 Millionen Euro. Danach folgen auf der Ausgabenseite Personalkosten von 17,7 Millionen Euro, Zuschüsse für die Schulen von 8,4 Millionen Euro sowie Ausgaben für die Jugendhilfe von 6,4 Millionen Euro. Für die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs stehen 3,3 Millionen Euro bereit.

Wie Kreiskämmerer Toni Orth zudem vor den Bürgermeistern erläuterte, stehen im neuen Kreishaushalt insgesamt 11,1 Millionen Euro an Investitionen zur Verfügung. Weiteren Spielraum gebe es nicht. Von den 11,1 Millionen Euro geht eine Vier-Millionen-Rate für die Generalsanierung der Berufsschule Kitzingen weg, eine Million wird für die Sanierung der Schwanbergstraße zurückgelegt und 1,1 Millionen für den Ausbau einer Teilstrecke der KT 49 nach Holzberndorf. Für Sanierungsmaßnahmen im Landratsamt sind knapp 620 000 Euro eingeplant, darunter eine Heizanlage für alleine 380 000 Euro.

Kreisumlage steigt auf 42 Prozent

Der Kreiskämmerer bereitete die Bürgermeister auf eine weitere Erhöhung der Kreisumlage vor. Für die Jahre 2022 bis 2024 laufe es auf eine weitere Erhöhung auf 42 Punkte hinaus. Man stehe vor schwierigen Jahren – weshalb letztlich auch über neue Schulden nachgedacht werden müsse. Eine Forderung, die gleich mehrere Bürgermeister erhoben, die sich ansonsten mit dem Zahlenwerk alles in allem einverstanden zeigten. Das mit dem Schuldenmachen könnte am Ende schneller gehen als gedacht, müssen doch unabhängig von der wirtschaftlichen Lage mit der Sanierung der Klinik Kitzinger Land und dem Ausbau der Schwanbergstraße noch auf längere Sicht dicke Bretter gebohrt werden.