Einen soliden Haushalt 2022, der Spielraum für eine weitere positive Dorfentwicklung ermöglicht, verabschiedeten am Montagabend die Sommeracher Räte in ihrer Sitzung. "Wir haben den Haushalt beim Landratsamt vorgelegt, es gab keinerlei Beanstandungen", berichtete Gemeindechefin Elisabeth Drescher. Mit die wichtigste Erkenntnis aus dem Zahlenmaterial der Gemeinde: Man muss keine Schulden aufnehmen, ist also handlungsfähig.

Das Gesamtvolumen des Haushaltes 2022 umfasst 5 636 475 Euro; davon entfallen 3 117 000 Euro auf dem Verwaltungs- und 2 519 475 Euro auf dem Vermögenshaushalt. Unverändert bleiben die Steuerhebesätze, die bei der Grundsteuer A und B 350 und bei der Gewerbsteuer 380 v. H. betragen.

Ein Blick auf die wichtigsten Vorhaben der Gemeinde Sommerach: Bei den geplanten Investitionen in Höhe von zirka drei Millionen Euro genießen die Umbaumaßnahmen wie "Sankt Urban Weg" sowie das "Mehrgenerationen Wohnen" oberste Priorität. Äußerst wichtig ist laut Drescher auch die geplante, komplette Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, wodurch eine 70-prozentige Einsparung der Energiekosten erreicht werden soll.

Einkommensteuer ist wichtigste Einnahme

Für die Gemeinde von großer Bedeutung ist auch die bis zu 90 Prozent förderfähige Breitbanderschließung, die 2022 ebenfalls in Angriff genommen werden soll. Ins Auge gefasst ist auch die Ausstattung des Bauhofes mit zirka 40 000 Euro und auch in den Feuerwehrbereich soll investiert (35 000 Euro) werden. Wichtigste Einnahmen des Verwaltungshaushaltes sind der Einkommensteueranteil mit 930 000 Euro, die Gewerbesteuer mit 420 000 Euro, die Schlüsselzuweisungen mit 360 000 Euro oder etwa die Zuschüsse für laufende Zwecke mit 297 550 Euro.

Auf der Ausgabenseite sind es vor allem die Kreisumlage mit 690 000 Euro, die Zuschüsse an soziale Einrichtungen (492 500 Euro), die Zuführung an den Vermögenshaushalt (326 514 Euro) sowie die Personalkosten mit 329 700 Euro, die besonders ins Gewicht fallen. Dickster Brocken auf der Einnahmeseite des Vermögenshaushaltes ist neben den Zuschüssen für Investitionen (2 258 400 Euro) die Zuführung vom Verwaltungshaushalt (190 075 Euro). Dem gegenüber stehen beispielsweise Ausgaben für Hochbaumaßnahmen von 947 000 Euro oder Tiefbaumaßnahmen von 565 000 Euro.

Zukunftsfähige Heimat für Junge und Alte

Ein Bauvorhaben, dass sicherlich noch etliche Male ein wichtiger Bestandteil einer Ratssitzung in Sommerach sein wird, wurde schließlich vom Stadtplaner Thomas Wirth vom Büro arc. grün (Kitzingen) vorgestellt. Hierbei handelt es sich um das Baugebiet II "Südlich der Volkacher Straße", dass Wirth als "landschaftlich sehr interessantes" Areal bezeichnete. Ziel ist es, den jungen wie den alten Sommerachern eine zukunftsfähige Heimat zu bieten, betonte der Landschaftsarchitekt.

Nach Aussage von Wirth hat sich die Regierung von Unterfranken im Rahmen der Städtebauförderung stark dafür eingesetzt, das man das letzte große Baugebiet von Sommerach nicht einfach im üblichen Stil weiter baut, sondern sich vorher mit dem Umfang, der Notwendigkeit und Gestaltung auseinander setzt. In einer Analyse der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde und vor allem der Generationenverteilung wird laut Wirth deutlich, dass ein Angebot von stets geforderten Einfamilienhäusern nicht der tatsächlichen Nachfrage aller Bevölkerungsgruppen entspricht.

Größere Bandbreite an Wohnungstypen entwickeln

Daher gilt es nun, ein ausgewogenes Angebot und eine größere Bandbreite an Wohnungstypen zu entwickeln. In einem interessanten Rückblick und Vorausschau stellte Wirth Beispiels aus der Gartenstadtbewegung der 1920er Jahre sowie hochaktuelle neue Wohnungsbauprojekte vor. Wie ein solches "Neues Wohnen" in Sommerach enstehen kann, wurde den Räten in einer ersten Ideeskizze aufgezeigt.

Das vorgestellte Konzept war sehr flexibel, so dass noch viele Anregungen bis zur nächsten Sitzung im Januar aufgenommen werden können.

Weitere Punkte im Sommeracher Gemeinderat:

Der Gastschülerbeitrag für das Schuljahr 2021/22 an der Volkacher Musikschule Mainschleife wurde seitens der Räte zur Kenntnis genommen. Wie Drescher mitteilte, betrug der Anteil der Gemeinde Sommerach für 35 Kinder und Jugendliche 3611 Euro.

Abrissarbeiten beim Mehrgenerationenwohnen

Der Vertrag für die interkommunale Zusammenarbeit (ILEK Mainschleife) wurde am 29.November 2021 im Schloss Gaibach von den Bürgermeistern der sieben teilnehmenden Gemeinden unterzeichnet. Nun liegt der Vertrag beim Amt für ländliche Entwicklung zur Prüfung vor. Sobald das ILEK genehmigt ist, können auch Vereine und Personen Projekte für das Regionalbudget einreichen.

Der Entwurfsplan für die Baumaßnahme St. Urban- Weg hängt im Rathausfoyer aus. Interessierte Bürger sind eingeladen, sich die Pläne anzusehen.

In Zusammenhang mit der Baumaßnahme "Mehrgenerationenwohnen Winzerstraße" teilte die Bürgermeisterin mit, dass der Rückbau der Schadstoffe begonnen hat. Im Januar muss mit größerer Staub- und Lärmbelästigung gerechnet werden. Die Abrissarbeiten werden bis Februar andauern.

Der zweite Rettungsweg wurde an der Baumaßnahme "Kindertagesstätte" fertig gestellt. Die Fluchttreppe kann nun über einen Steg, der sich auf dem Flachdach befindet, erreicht werden. Der sichere Fußweg wurde über den Dorfgraben hergestellt. Der Außenbereich wird dieses Jahr nicht mehr fertig, teilte Drescher mit.

Wandbild vor der Wärmepumpe am Kindergarten

Der Workshop zur Gestaltungssatzung für die Gemeinderäte findet am 18. Februar 2022 um 17 Uhr statt. Für die Bürger wird am 4. März 2022 um 17 Uhr ein Workshop angeboten.

Der Gemeinderat hat in der letzten Sitzung beschlossen, die bestehenden Leuchtmittel im Altort, welche noch nicht auf LED-Retrofitlampen umgerüstet wurden, zeitnah durch LED-Lampen zu ersetzen. Hierdurch wird eine Energieeinsparung von über 70 Prozent erreicht und die Kosten werden sich nach circa 3,7 Jahren amortisiert haben. Drei Leuchten, am Rathaus und Kirchplatz, wurden bereits zur Bemusterung ausgetauscht.

Der Gemeinderat beauftragt die örtliche Künstlerin Christine Dumbsky mit der Erstellung eines Wandbildes, das als Sichtschutz vor die Wärmepumpenanlage am Kindergarten gestellt wird. Dumbsky wird im Januar konkrete Entwürfe vorstellen, so Drescher.

Die Bürgermeisterin lässt das vergangene Jahr Revue passieren und dankt dem Gemeinderat, der Verwaltung und der Presse für die Zusammenarbeit.