Der Kirchturm-Streit in der Gemeinde Biebelried (Lkr. Kitzingen) ist entschieden. Wie eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts Würzburg am Donnerstag mitteilte, haben die politische Gemeinde und die Katholische Kirchenstiftung einem vom Gericht Mitte März vorgeschlagenen Vergleich zugestimmt.

Dieser sieht vor, dass sich Gemeinde und Stiftung die Kosten für die Turmsanierung teilen. Und zwar nicht nur im aktuellen Fall, sondern verbunden mit einer Rechtspflicht. Demnach muss sich die politische Gemeinde „gegenwärtig und künftig“ zu je 50 Prozent an der Instandhaltung beteiligen.

Jahrelanger Streit

Der Streit um die Kirchturmsanierung zieht sich seit Jahren. Die beiden Parteien streiten sich darum, wer die Baulast für den Turm der im Jahr 1606 vom Orden der Johanniter erbauten Pfarrkirche zu tragen hat. Die Kirchenstiftung Biebelried war der Auffassung, dass die Baulast für das Gotteshaus zwar bei der Kirchengemeinde selbst liege, die für den Turm jedoch bei der politischen Gemeinde.

Diese sah das jedoch anders. Sie hatte zwar das Geld für die Sanierung des Turms vorgestreckt, forderte aber eine grundsätzliche gerichtliche Klärung. Die liege mit dem Vergleich nun vor, dem Kirchenstiftung und Gemeinderat zugestimmt haben.

Der Fall reicht zurück bis ins Jahr 2009. Damals hatte der Gemeinderat gefordert, dass die Stiftung eine Baulastverpflichtung der politischen Gemeinde nachweisen muss. 2013 beschloss das Gremium, dass die Gemeinde die geplanten Renovierungskosten für den Turm von 47 500 Euro unter dem Vorbehalt übernimmt, dass die Kirchenstiftung bis 31. März 2014 ein Gerichtsverfahren zur Klärung der Baulastfrage einleitet. Hätte das Gerichtsverfahren ergeben, dass die Baulast nicht bei der Gemeinde liegt, hätten 24 000 Euro der ausbezahlten Summe als Zuschuss ohne Rechtspflicht-Anerkennung für die Zukunft gegolten.