Die Eltern von 43 Kindergartenkindern und 13 Krippenkindern in Großlangheim müssen bis einschließlich Montag, 2. November, ohne Betreuungsmöglichkeit auskommen: Der Betrieb des Kindergartens "Haus für Kinder"  ist wegen eines Corona-Falls ab Montag, 26. Oktober, eingestellt. 

Eine Mitarbeiterin der Kinderkrippe, in der in zwei Gruppen die Kinder unter drei Jahren betreut werden, war seit Mittwoch krank geschrieben zuhause, nachdem sie am Dienstag Halsschmerzen bemerkt hatte. Tags zuvor, am 19. Oktober, hatte sich das komplette Team des Kindergartens noch zu einer einstündigen Besprechung getroffen – ohne Maske. Zu diesem Zeitpunkt am Montag galt im Landkreis Kitzingen für die Kitas noch Stufe Grün. Die Maske für das Personal außerhalb der Kita-Gruppe wurde erst am Donnerstag zur Pflicht.

Corona-Test am Sonntagvormittag

Am Samstagvormittag bekam die Angestellte dann das positive Ergebnis ihres Corona-Tests vom Mittwoch. Das setzte die Lawine in Gang, die nun den Kindergarten überrollte. Die Folge: Das Personal plus neun als Kontaktperson 1 eingestufte Krippenkinder hatten am Sonntagvormittag einen Termin für den Corona-Test. Das Kitzinger Gesundheitsamt hat diesen eigens anberaumt.

Kindergartenleiterin Karin Straßberger sagt auf Nachfrage, man habe "alles eingehalten, was wir an Regeln gewusst haben". Sie sei überrascht gewesen, dass die Dienstbesprechung nun der Auslöser für die Schließung der Einrichtung ist. Sie seien elf Personen in einem rund 50 Quadratmeter großen Raum gewesen und nahmen laut Straßberger an, dass die Abstände ausreichen würden. Doch das Gesundheitsamt gehe inzwischen davon aus, dass diese nicht eingehalten werden konnten.

"Der gewählte Raum war doch zu klein für die Dauer von einer Stunde – trotz des Abstand zwischen dem Personal."
Bürgermeister Peter Sterk

Der Bürgermeister bedauert: "Der gewählte Raum war doch zu klein für die Dauer von einer Stunde – trotz des Abstands zwischen dem Personal." Und obwohl Sterk zufolge die Türen zu den Nebenräumen geöffnet gewesen seien. Bis auf diese eine Stunde seien die Mitarbeiterinnen die ganze Woche über komplett getrennt; das Hygiene-Konzept des Kindergartens mit den separaten Gruppen habe gut funktioniert. Das betont auch die Kindergartenleiterin. Man habe sich immer an den Rahmenhygieneplan gehalten. Dort sei allerdings nicht definiert, wie ein Besprechungsraum auszusehen habe.

Die Dauer der Quarantäne errechnet sich aus dem Zeitpunkt der Teambesprechung. Diese fand am Montag, 19. Oktober, statt. Das ist somit laut Sterk Tag Null. 14 Tage später, also am 3. November, kann der Großlangheimer Kindergarten frühestens wieder starten. Einen Tag später könnte es für die neun Krippenkinder wieder losgehen, die noch am vergangenen Dienstag Kontakt zu der Infizierten hatten. 

Großeltern dürfen Kinder betreuen

Die einzig positive Nachricht für Karin Straßberger am Samstagabend nach einem Tag voller Telefonate: "Der Kollegin geht's so weit gut." Sie habe bisher nur Erkältungssymptome. Auch die anderen Mitarbeiterinnen und die neun betroffenen Kinder haben laut der Leiterin noch nichts bemerkt. Sie verweist darauf, dass nur diese neun Kinder als Kontaktperson 1 gelten.  Das sagt auch Sterk: "Alle anderen können ganz normal von Oma, Opa oder der Tante betreut werden."