Ob durch den Wahlkampf getrieben oder nicht: Es verdient Lob, dass der Kitzinger Stadtrat das Thema Wohnungsbau als seine Baustelle identifiziert hat und die Ärmel hochkrempeln will. Zu lange hat sich das Gremium auf Initiativen der Stadtverwaltung verlassen. Doch gerade die Bauverwaltung ist überlastet und lehnt weitere Projekte vehement ab. So liegt es am Stadtrat, Ideen zu entwickeln und Prioritäten zu setzen, wenn es bei diesem Thema vorangehen soll.

Dass es dafür – trotz Wahlkampfs – eine fraktionsübergreifende Initiative gibt, verdient ein zweites Lob. Allerdings ist das vereinbarte Treffen am 5. November nicht sauber vorbereitet worden, deshalb geriet der Stadtrat jetzt in eine Zwickmühle: Eine offizielle Sitzung zum Thema Wohnungsbau müsste öffentlich stattfinden. Dass die Rechtsdirektorin der Verwaltung den Stadtrat, in dem ebenfalls Juristen sitzen, daran mahnend erinnern muss, ist eine Blamage für das Gremium.

OB Müller könnte das Treffen retten

Findet nun doch das mit Schützenhilfe von Oberbürgermeister Siegfried Müller organisierte informelle Treffen statt, darf es nichtöffentlich sein. Der Haken daran: Die wichtigen Vertreter von Bauamt und Regierung winken bisher ab. Das zeigt: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.

Vielleicht kann jetzt ausgerechnet der OB, der vom Gremium uncharmant durch einen externen Sitzungsleiter ersetzt wurde, die Veranstaltung retten. Das verdient ein drittes Lob, denn damit zeigt auch Müller, dass es ihm um die Sache und nicht um persönliche Eitelkeit geht. Klappt das, können sich die Räte am Ende bei ihm bedanken.