Es wird ernst für Annika und Katharina Volk, Christoph Dusel und Lars Kunder. Bevor sie als Sternsinger am kommenden Montag, 8. Januar ihren Auftritt bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin haben, stand das Quartett aus der Pfarrei Kirchschönbach den Medienvertretern von Main-Post, Die Kitzinger, Bayerischen Rundfunk und Sonntagsblatt zur Verfügung. Die Vier wurden gezogen aus den Einsendungen der Bewerber im Bistum Würzburg und vertreten dieses nun beim traditionellen Empfang zum Jahresbeginn im Kanzleramt.

Etwas unsicher fühlte sich Christoph Dusel sichtlich, als der Radiomann dem 14-jährigen nach einer Frage das Mikrofon zur Antwort quasi vor die Nase hielt. Er meisterte es aber ganz gut. Mit einem Schal um den Hals und leicht angeschlagener Stimme wegen einer Erkältung antwortete er. Bis zum Montag werde er wieder fit sein. Falls nicht, springt sein jüngerer Bruder Kilian (11) eben ein.

Zunächst erzählten die vier Ministranten noch einmal die Geschichte, wie sie sich bewarben, wann sie davon erfuhren, dass sie gezogen wurden, und was als Vorbereitung noch zu tun war und ist. „Sie sind etwas schüchtern heute mit dem Mikrofon vor sich“, entschuldigte Pfarrer Peter Göttke die Nervosität seiner Ministranten. Natürlich ist auch er stolz, dass eine Gruppe aus seiner Pfarreiengemeinschaft das Bistum in Berlin vertreten wird.

Die Eltern waren beim Vortermin auch mit dabei, Maria Barthelme-Volk und Claudia Friederich werden die Gruppe nach Berlin begleiten. Dort müssen die Sternsinger etwa glanzfreie Gewänder tragen, weil das zu sehr spiegelt bei den Fotoaufnahmen, stand unter anderem im offiziellen Schreiben. Also bekamen die Könige zum Teil neue Kleider, die mit Jasmin Friederich die Schwester von Lars anfertigte. Die Lieder, welche die Vertreter der 27 deutschen Bistümer in Berlin gemeinsam singen werden, hat Katharina Volk für die anderen auf CD gebrannt, so dass jeder schon mal üben kann.

Die Kirchschönbacher werden bereits am Sonntag mit dem Zug nach Berlin fahren, wo sie am Abend ankommen. Jugendherberge und so weiter steht bereit, ob eine Besichtigungstour möglich sein wird, müsse man sehen, meint Maria Barthelme-Volk. Das Programm in der Hauptstadt ist recht straff, der Empfang wurde auf 13.30 Uhr und damit um zwei Stunden später, als zunächst vorgesehen, verlegt. Zurück geht es wieder am Montagabend.

Was die „Könige“ aus Franken zuvor als Geschenk für die Kanzlerin mitbringen, das müsse man noch besprechen, so Maria Barthelme-Volk, die Betreuerin der Gruppe. Ihr Wunsch? „Ein Foto der Gruppe mit Frau Merkel und dass sie vielleicht den Stern signiert.“

Schließlich ziehen die vier ausgewählten Könige schon mal ihre Gewänder an, um einen Probeauftritt zu absolvieren. Am Nachbarhaus klingeln sie, die Türe geht auf, die Könige sagen ihren Spruch und schreiben ihren Segen an die Türe. Das klappt wie am Schnürchen, die große Reise der Kirchschönbacher Könige kann also starten.