Die letzte Ratssitzung des Wiesentheider Gremiums in dieser Amtsperiode fand in der Steigerwaldhalle statt. „Ein ungewöhnlicher Rahmen“, sagt Bürgermeister Werner Knaier mit Blick auf den großen Raum. Die 16 Räte samt Bürgermeister Knaier und Verwaltungsleiter Christian Sturm saßen weit auseinander. Dahinter hatten sich gut 30 Zuhörer eingefunden, wohl in erster Linie um das Schlusswort des Bürgermeisters zu hören, der nach zwölf Jahren im Amt abgewählt wurde.

Im Saal kam deutlich Unmut auf, als Knaier die Besucher am Ende der Beratung hinaus bat. Die Verabschiedung der ausscheidenden Räte, sowie die Ansprachen sollten nicht öffentlich statt finden, hätten die Räte fest gelegt. Es sei eine interne Sache, nannte Knaier als Begründung. "Buh!", "Ein Witz", "Was soll denn das?", machten die Zuhörer ihrem Unmut Luft.

Knaier dankt seiner Ehefrau

Das Gremium beriet noch einmal und legte schließlich fest, dass der Abschluss mit den Bürgern sein soll. Als die Tagesordnung abgearbeitet war, richtete Knaier als scheidender Bürgermeister persönliche, wie rückblickende Worte an die Zuhörer, bei denen etwas Wehmut mitschwang.

Für ihn sei das Bürgermeisteramt „mehr als ein bloßer Job“ gewesen, er habe 2008 sein Hobby zum Beruf gemacht. Die Wähler hatten nun jedoch entschieden, dass er sein Amt nicht weiter führen solle. Knaier dankte besonders seiner Frau, die in den vergangenen Jahren zurückstehen musste. Das Privatleben, der Urlaub und oft auch der Alltag habe sich nach dem Bürgermeisteramt gerichtet.

Knaier dankte den VG-Mitarbeitern und den Gemeinderäten: "Wir haben das Erscheinungsbild Wiesentheids nachhaltig geprägt.“ Die Arbeit sei meist von einem guten Miteinander geprägt gewesen. Auch wenn ihm Teile des Gremiums bisweilen Steine in den Weg gelegt hätten, habe man in den vergangenen zwölf Jahren viel Positives erreicht.

Knaiers Laudatio hielt Otto Hünnerkopf

Einige der Projekte zählte er auf. Er monierte, dass sich in seinem Fall Bürger gerade in sozialen Medien mehr von der momentanen Stimmung, als von Ergebnissen der bisherigen Arbeit leiten ließen. Seinem Nachfolger und dem neuen Ratsgremium wünschte er "eine glückliche Hand bei ihrer künftigen Arbeit".

In seiner Funktion als Bürgermeister überreichte Knaier zunächst den ausscheidenden Gemeinderäten Maria Stadtelmeyer-Limbacher (seit 2002 im Gemeinderat) und Stefan Möhringer (seit 2008) eine Urkunde. Nicht mehr dabei ist auch Frank Hufnagel (seit 2014), der entschuldigt fehlte. Es folgte eine Laudatio von Ratsmitglied Otto Hünnerkopf auf Knaier. Vieles werde künftig in Wiesentheid mit dessen Namen verbunden sein. „Bleib gesund und genieße die neue Zeit“, gab er diesem mit.

Schließlich wurden zwei Ehrenringe des Marktes verliehen. Dieses Auszeichnung bekommen Räte, die 24 Jahre im Gemeinderat tätig waren. Den Ring erhielt Heinrich Wörner, der den Ring „dankbar und stolz“ entgegennahm. Der zweite im Bunde war Werner Knaier selbst, der vor seiner Zeit als Ortsoberhaupt bereits zwölf Jahre als Gemeinderat tätig war. Im Anschluss trugen sich alle Ausgezeichneten ins Goldene Buch des Marktes ein.