Die Klinik Kitzinger Land sucht den Schulterschluss: Das 205-Betten-Haus ist jetzt Mitglied des Verbunds Klinik-Kompetenz-Bayern (KKB) . Die Genossenschaft mit inzwischen mehr als 65 Kliniken sei eine „institutionalisierte Selbsthilfegruppe“, wie es KKB-Vorstandsmitglied Alexander Schraml am Montag bei der Übergabe der Mitgliedsurkunde in der Klinik betonte.

Der freiwillige Klinikverbund „ist ein Gewicht“, wie Schraml selbstbewusst deutlich macht. 33 Träger von Krankenhäusern sind unter dem Dach, über 20 000 Beschäftigte und über 11 000 stationäre Betten. Bei einem Umsatz von über zwei Milliarden Euro sei die 2011 gegründete Genossenschaft ein Gegengewicht zu den „medizinischen Konzernen“.

Hauptzweck des Zusammenschlusses sei der Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den Mitgliedern, um die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Krankenhäuser zu stärken. Die profitieren von dem Netzwerk, bleiben aber selbstständig.

Angesichts der steigenden „Herausforderungen“ im Gesundheitswesen verspricht sich Klinik-Vorstand Thilo Penzhorn „große Vorteile“ für das Kitzinger Krankenhaus. Für Verwaltungsratsvorsitzende und Landrätin Tamara Bischof ist die Kooperation ein „weiterer Baustein Richtung Zukunft“. Im „sehr strengen Wettbewerb unter den Kliniken“ sei es wichtig, in einem Verbund unter anderem eine gemeinsame Einkaufspolitik und gemeinsame Standards zu betreiben.

„Das lebt vor allem von den Mitarbeitern“, erklärte KKB-Vorstand Schraml, der schon als Vorstand des Ochsenfurter Krankenhauses die Kooperation seiner und der Kitzinger Klinik mit auf den Weg brachte. Mit der KKB weiten sich allerdings die Möglichkeiten deutlich aus. Beispielsweise bei den Projektgruppen und Fortbildungsreihen, wo sich Mitarbeiter aus über 65 Kliniken austauschen können.

Finanzielle Vorteile erwartet die Klinik von einer gemeinsamen Einkaufsgesellschaft, personelle Schubkraft von Fortbildungsabgeboten – beispielsweise für Führungskräfte in allen Ebenen einer Klinik. Ein immer stärkeres Gewicht in den Krankenhäusern bekommen juristische Fragestellungen. Hier bietet die KKB laut Schraml Rechtsberatungen, hat in vielen Fällen feste Kanzleien, die einzelne Felder behandeln – sei es zum Chefarztrecht, der Patientenabrechnung oder zum allgemeinen Medizinrecht.

Dass die Klinik Kitzinger Land, als Kommunalunternehmen mit 600 Mitarbeitern, von der Mitgliedschaft in der KKB-Genossenschaft profitieren wird, ist sich Landrätin Bischof sicher: „Wir haben immer schwarze Zahlen. Die werden aber geringer.“ Dass auch andere Kliniken der Region sich – auch wegen des Kostendrucks – breiter aufstellen, zeigen Zahlen der KKB. Im Regierungsbezirk Unterfranken gehörten inzwischen sieben Mitglieder mit elf Kliniken dem Verbund an.