Die Aufgaben werden der Kleinlangheimer Bürgermeisterin Gerlinde Stier und dem Marktgemeinderat in nächster Zeit nicht ausgehen. Dafür sorgen wichtige Projekte in Kleinlangheim und die Vorhaben in den beiden Ortsteilen Atzhausen und Haidt/Stephansberg. Vor allem Kanalsanierungen und die Fremdwasserbeseitigung in Kleinlangheim verursachen hohe Investitionen. "Da verschwinden Millionen Euro im Untergrund und man sieht nach der Fertigstellung der Maßnahmen nichts davon", meint die Bürgermeisterin dazu.

Sie erinnert bei der Schilderung der Kleinlangheimer "Untergrundszene" daran, dass Kanalsanierungen schon im Jahr 1993 ins Gespräch kamen, umfassende Maßnahmen aber nicht angegangen wurden und nun das mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) im Jahr 2008 abgesprochene Gesamtkonzept mit der Maßgabe der Fremdwasser-Reduzierung die Vorlage für die verschiedenen Maßnahmen bildet, die für einen Teil der Bahnhofstraße auch schon abgeschlossen werden konnten. Der zweite Teil der Bahnhofstraße samt Rückbau des Regenüberlaufs in der Pfarrgasse wird 2021 in Angriff genommen. Derzeit ist die Generalsanierung im Trennsystem im Schleifweg inklusive der vorbereitenden Maßnahmen für das geplante Baugebiet "Am Graben" eine große Baustelle.

Gemeinde hat zum Glück Einnahmen aus Solarstrom

Eine weitere wird dann für die Wiesenbronner Straße folgen und auch im Weiler Stephansberg werden im Zuge der Dorferneuerung eine Sanierung des Kanals und Straßenbau notwendig. Der Ausbau der Gehwege wird im Zuge der Dorferneuerung erfolgen.

Kanalsanierungen müssen von den Bürgern mitfinanziert werden "und die finanzielle Situation ist der Taktgeber dafür, was sich die Gemeinde leisten kann", sagt Stier. "Denn bisherige und weitere Maßnahmen für Kanal, Fremdwasserbeseitigung, Straßenausbau und Gehwege sind nicht das Ende der Fahnenstange." Coronabedingte Steuerausfälle machen sich zumindest bis jetzt nicht so sehr bemerkbar, zumal die Gemeinde einen Teil der Einnahmen durch Photovoltaikanlagen bezieht.

Dass Kleinlangheim finanziell nicht auf Rosen gebettet liegt, liegt wegen der Fülle der Aufgaben auf der Hand, zumal ja auch noch die beiden Ortsteile zu betreuen sind. "Die Gemeinde hat zum Beispiel drei Feuerwehren zu unterhalten", sagt die Bürgermeisterin.

Geld fließt auch in die Schule und in die Dorferneuerung

Zu den weiteren großen Investitionen gehören die Erschließung des Baugebiets "Am Graben" und der Abwasseranschluss an die Kläranlage Schwarzacher Becken, an die schon Atzhausen und Haidt/Stephansberg angeschlossen sind. Die Bürgermeisterin ist wegen der Fülle der anstehenden großen Aufgaben froh, dass die Aktualisierung des technischen Stands der Schwarzacher Anlage bis zum Jahr 2025 fertig sein muss und der Kleinlangheimer Anschluss deshalb nicht so dringend ist. Und da sind dann auch noch die Neugestaltung des Geländes um das Atzhäuser Feuerwehrhaus im Zuge der Dorferneuerung, die energetische Sanierung der Schule mit Fenster- und Türenaustausch, der Ausbau der Datenleitungen im Zuge der Digitalisierung der Schule, die Sanierung der Turnhalle oder die Sanierungen in der Kirchenburg und weitere Unternehmungen, zu denen auch die ökologische Aufwertung der Bachläufe gehört.

Gefallen würde der Bürgermeisterin auch ein Radweg zwischen Kleinlangheim und Haidt, wozu noch Gespräche geführt werden. "Es gibt noch viele Aufgaben und wir werden alles Stück für Stück für einen attraktiven Ort, in dem sich die Menschen wohlfühlen, in Angriff nehmen."