Fremdwasser im Abwasserkanal ist in einigen Gemeinden ein Problem – auch in Kleinlangheim. Die Gemeinde hat deshalb durch das Ingenieurbüro Glückert (Nürnberg) einen Gesamtbauentwurf erstellen lassen, wie das Fremdwasser im Kanalnetz reduziert werden kann. Die geplanten Maßnahmen wurden jetzt dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) vorgelegt. In der Sitzung des Gemeinderates wurde so etwas wie ein Marschplan für wichtige Teile der Kleinlangheimer Unterwelt besprochen und vom Rat für gut befunden. Ganz wichtig dabei: Den Bürgern muss das Problem bewusst gemacht werden. Denn: Die Verdünnung des Abwassers verringert die Abbauleistung der Kläranlage und Schadstoffe können vermehrt in die Gewässer gelangen.

Eile geboten

Der Entwurf muss zwar erst bis 2028 umgesetzt sein, „aber es ist trotzdem Eile geboten“, mahnte Bürgermeisterin Gerlinde Stier. „Das Wasserwirtschaftsamt legt großen Wert auf die Reduzierung des Fremdwassers auf unter 50 Prozent, den Bau des Regenüberlaufs in der Pfarrgasse und die Beseitigung der Schäden im Abwasserkanal in der Wiesenbronner Straße.“

Sie hielt es auch für wichtig, die Einwohner zu sensibilisieren, um klar zu machen, dass Drainagewasser nicht in den Kanal eingeleitet werden darf. Sie schlug deshalb vor, zunächst an die Grundstücksbesitzer in der Wiesenbronner Straße, im Bühl und im Schleifweg zu schreiben. Wegen des geplanten Neubaugebiets Am Graben sollte mit der Kanalsanierung im Schleifweg begonnen und dann der Regenüberlauf und die Wiesenbronner Straße in Angriff genommen werden, schlug sie vor.

Betroffene informieren

Dieter Brunner regte an, das Schreiben an alle Kleinlangheimer Grundstücksbesitzer zu senden, was auch VG-Geschäftsstellenleiter Bernhard Hornig befürwortete, „da die Einleitungsvorschriften für alle gelten“. Die Mehrheit votierte dafür, die Anwohner in den genannten Straßen zu informieren und im Mitteilungsblatt Hinweise für alle erfolgen.

Thomas Glückert bezeichnete den Kanal in der Wiesenbronner Straße als „großes Problem, weil nicht nur viel Fremdwasser eindringt, sondern aufgrund der Schäden auch Schmutzwasser in den Untergrund gelangt“. Für diese Straße werde deshalb ein Zweikanalsystem gebaut, womit die Möglichkeit bestehe, das Drainagewasser in den Regenwasserkanal einzuleiten. Glückert sprach auch schadhafte Hausanschlüsse an: „Da muss auch auf Privatgrund etwas getan werden“. Was mit der Kläranlage geschehe, stehe noch in den Sternen, „aber wir müssen in dieser Sache bis 2018 einen Weg aufzeigen“.