Viele Jahrhunderte gestalteten jüdische Mitbürger in unseren Breiten das Leben in Dörfern und Städten mit. Das Netzwerk jüdischer Friedhof in Rödelsee will das nicht in Vergessenheit geraten lassen. Führungen im Friedhof, verschiedene Aktionen und Dokumentationen in den Kommunen sollen dazu beitragen. Das Netzwerk braucht dazu auch die finanzielle Unterstützung der Gemeinden.

Der Kleinlangheimer Marktgemeinderat sprach sich in der Sitzung am Dienstagabend bei einer Gegenstimme dafür aus, einen einmaligen Zuschuss von 3500 Euro beizusteuern. Bürgermeisterin Gerlinde Stier erinnerte daran, dass aus Kleinlangheim 112 ehemalige jüdische Mitbürger auf dem Rödelseer Friedhof beerdigt sind. "Deren Andenken in Ehren zu halten ist nicht nur Verpflichtung, sondern ein Anliegen", sagte Stier. In Kleinlangheim habe der Anteil der jüdischen Mitbürger bei etwa zehn Prozent gelegen "unter denen viele angesehene Einwohner waren". Bei ihren Argumenten bezog sich die Bürgermeisterin auf den Vortrag, den Monika Conrad in dieser Sache in der Jahresschlusssitzung im Dezember gehalten hatte. Werner Krauß vertrat die Meinung, dass die finanzielle Unterstützung vom Eigentümer des jüdischen Friedhofs geleistet werden müsse. (Besitzer ist der jüdische Landesverband, Anm. d. Verf.). Dem hielt die Bürgermeisterin entgegen, dass es nicht um die Pflege des Friedhofs, sondern um das Netzwerk und die Beteiligung der betroffenen Ortschaften gehe.

Weitere Themen im Rat waren: 

Der Glasfaseranschluss an die Kleinlangheimer Grundschule im Zuge des Förderprogramms Digitales Klassenzimmer würde bei einem Fördersatz von 80 Prozent die Gemeinde rund 4000 Euro kosten, falls sie und nicht der Schulverband für die Installation zuständig sei, gab die Bürgermeisterin bekannt. Das Ratskollegium votierte geschlossen dafür, jetzt den entsprechenden Antrag zu stellen, um die Antragsfrist nicht zu verpassen.

Für eine E-Tankstelle im Bereich des Festplatzes müsste die Gemeinde bei einem Anteil von einem Drittel der Kosten maximal 5000 Euro aufwenden, da zwei Parkplätze angelegt werden müssten, so die Mitteilung zu einer weiteren Investition im Rahmen eines Bundesförderprogramms. Mit einem weiteren Drittel wären der Staat und N-ERGIE beteiligt. Den entsprechenden Antrag im Auftrag der Gemeinde muss der Konzern stellen, was einhellig befürwortet wurde.

Einstimmig gebilligt wurde die Beschaffung von Erdgas und Ökostrom durch eine Bündelausschreibung der Gemeinden. Die Ausschreibung erfolgt durch die KUBUS GmbH im Auftrag des bayrischen Gemeindetags, die Gemeinde muss dabei eine Verwaltungsgebühr bezahlen, gab die Bürgermeisterin bekannt.

Keine Anmerkung gab es zu den Ausgaben für die Ausrüstung der Feuerwehren von Kleinlangheim, Atzhausen und Haidt/Stephansberg, die sich auf rund 18 000 Euro beläuft und unisono befürwortet wurde.

Richtig sauer sind Bürgermeisterin und Ratsrunde wegen der Beschädigung des "schönen neuen Klos im Rathaus" durch Sprühfarbe. Der Schaden wurde nach Worten der Bürgermeisterin polizeilich gemeldet.

Bürgerversammlungen sind am 8. März in Kleinlangheim im Gasthaus Zum Bären, am 12. März im Haidter Bürgerhaus und am 18. März im Atzhäuser Feuerwehrhaus, da das Gasthaus Troglauer den Betrieb aufgab, was die Bürgermeisterin bedauerte.

Vorschaubild: © Kurt Treumann