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Volkach

Kleine Kunstwerke aus der Postbox erreichen Volkachs Seniorenheime

Grüße, Gemaltes und Gebasteltes für Seniorenheime: Veronika Druckenbrod und ihre Kinder haben in zwei Volkacher Supermärkten einen Kasten aufgestellt. Wie das ankommt.
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Aus einem Karton haben Veronika Druckenbrod und ihre Kinder Kästen für Post an die Seniorenheime in Volkach gebastelt. Darin befanden sich bereits viele Frühlingsgrüße an die Senioren. Foto: Peter Pfannes
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Für ältere Menschen, die in Seniorenheimen leben, ist es derzeit schwer. Da ihr Zuhause für die Öffentlichkeit geschlossen ist , sind sie von ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten isoliert. Deswegen hat sich Familie Druckenbrod aus Volkach etwas Besonderes einfallen lassen.

Gemeinsam mit ihren drei Kindern hat Veronika Druckenbrod schmucke Briefkästen gebastelt und in zwei Volkacher Supermärkten aufgestellt. Dort können Kunden beim Einkaufen nun Gemaltes und Gebasteltes für die Seniorinnen und Senioren in den Volkacher Altenheimen einwerfen, verbunden mit Frühlings- und Gesundheitswünschen.

Große Freude bei den Bewohnern über die Briefe

In der vergangenen Woche hat Druckenbrod die Briefkästen, die bei Edeka Kolb am Alten Bahnhof und bei Rewe Prieto in der Dimbacher Straße stehen, schon einmal ausgeleert und den Inhalt in die beiden Volkacher Seniorenheime gebracht.

Die Freude bei den Bewohnern im Caritas-Bürgerspital und im ASB-Seniorenzentrum war riesig, vor allem weil sie in früheren Zeiten einen regen Kontakt mit den Kindergärten pflegten und daher die Mädchen und Jungen in ihre Herzen geschlossen haben.

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"Unsere Bewohner haben sich wahnsinnig gefreut", sagt Ulrike Dietrich. Die Leiterin des Bürgerspitals ist begeistert von dieser Aktion, die auch bei den Pflege- und Betreuungskräften gut ankommt. Gemeinsam hätten die Senioren und Betreuer als kleines Dankeschön für die tolle Aktion "bereits zurückgebastelt".

Wertschätzung erreicht auch Pfleger und Betreuer

Mit ihren Unterschriften hätten sie "Danke" für diese Aufmerksamkeit gesagt. "Das ist eine große Wertschätzung den älteren Menschen und auch den Pflege- und Betreuungsberufen gegenüber", sagt Dietrich.

Sehr gefreut haben sich auch die Bewohner im ASB-Seniorenzentrum, erzählt Sozialdienstleiterin Nadja Hötze. "Diese Post haben unsere Senioren sehr gerne geöffnet", sagt sie und schildert ähnliche Dankesaktionen wie im Bürgerspital.

Für Veronika Druckenbrod und ihre Kinder geht die gute Tat in die zweite Runde. Am vergangenen Samstag hat die Krankenschwester, die auf der Intensivstation in der Klinik Kitzinger Land beschäftigt ist, die Briefkästen erneut ausgeleert. Die Masse an guten Wünschen zeige ihr, dass die Solidarität der Kunden mit den älteren Menschen riesig sei.

Kindergarten-Freundschaft zu den Seniorenheimen

Mit einem strahlenden Gesicht fischte die 37-Jährige schöne Frühlingsgrüße, ausgeschnittene Osterhasen, Schmetterlinge zum Festklemmen und farbenfrohe Kunstwerke aus den Briefkästen. Die Idee für die Aktion kam ihr im Alltag in den auch für Familien nicht einfachen Zeiten.

Weil der Kindergärten und die Schulen geschlossen seien und ihre Kinder selbst viele Bilder malten, habe die Fläche ihrer Kühlschranktür nicht mehr ausgereicht, um alle Kunstwerke zu präsentieren. "Jeden zweiten Tag musste ich Bilder abnehmen und wieder neue hinhängen", schildert sie.

Da sei ihr eingefallen, dass seit Jahren eine Freundschaft des Kindergartens zu den Seniorenheimen bestehe. Mit dem Frühlingssingen, am Martinstag und an Weihnachten erfreuen die Kleinen die Alten. Vor dem Hintergrund, dass die Senioren vor allem durch die Kinder noch sehr viel Freude im Alter empfinden, war die Briefkastenidee sehr schnell geboren.

Mehr Ideen, um Jung und Alt zusammenzubringen

"Den Leuten geht das Herz auf, das ist wie ein Jungbrunnen", weiß Druckenbrod auch von ihrer Arbeit als Krankenschwester. Die gebürtige Kitzingerin, die seit zehn Jahren in Volkach wohnt, habe noch so einige Ideen, um Jung und Alt zusammenzubringen.

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Ein Beispiel seien Generationenspiele. Von Kindheit an sehe sie eine Lebensaufgabe darin, sich um andere Menschen kümmern, vor allem wenn sie einsam und traurig seien. Ihr Appell in Krisenzeiten an alle Mitmenschen lautet: "Wir schaffen das gemeinsam."