Das Würzburger Müllheizkraftwerk ist in die Jahre gekommen, und immer deutlicher werden die Vorzeichen einer Generalsanierung.

Als erster Schritt soll ab 2019 die älteste von drei Ofenlinien erneuert werden. Kostenschätzungen von 30 Millionen Euro stehen dafür im Raum. Wie es danach mit den beiden verbleibenden Ofenlinien weitergeht, hängt von gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. Und die könnten sich grundlegende verändern.

Anlass dafür ist die Klärschlammentsorgung. Bislang wurden die Reststoffe aus der Abwasseraufbereitung vorwiegend in der Landwirtschaft oder im Landschaftsbau eingesetzt. Doch dieser Entsorgungsweg droht wegzubrechen, wie Geschäftsleiter Alexander Kutscher in der jüngsten Verbandsversammlung des MHKW-Zweckverbands ausführte.

In der Landwirtschaft sei Klärschlamm in Verruf geraten, unter anderem wegen möglicher Schwermetallanteile und Medikamentenrückstände. Außerdem strebe der Gesetzgeber an, den hohen Anteil an Phosphat, der im Klärschlamm enthalten ist, zurückzugewinnen und als Ersatz für die schwindenden natürlichen Phosphatvorräte nutzbar zu machen.

Als aussichtsreicher Weg der Phosphat-Rückgewinnung gilt die Verbrennung der Klärschlamms, bei der das Phosphat in hohen Konzentration in der Asche zurückbleibt. Allerdings darf Klärschlamm dann nur getrennt von anderen Abfällen verfeuert werden. Dank dreier Ofenlinien sei die Monoverbrennung von Klärschlamm ein mögliche Option für das Würzburger Müllheizkraftwerk, so Alexander Kutscher weiter.

Vorrangig gehe es darum, den Kläranlagen im Verbandsgebiet, also in der Stadt Würzburg und den Landkreisen Würzburg und Kitzingen, eine langfristige Entsorgungsmöglichkeit zu bieten. Die könnten in die Bredouille geraten, wenn die Phosphat-Rückgewinnung zur gesetzlichen Vorgabe wird. Allerdings sollen bei der Einführung solchen Gebots lange Übergangsfristen gelten.

Ein Zeitdruck besteht also nicht. Trotzdem wolle der Würzburger Zweckverband bis Ende nächsten Jahres konkrete Vorschläge für die Klärschlammentsorgung erarbeiten, so Kutscher. Auch Anlagen, die mit dem Würzburger MHKW regelmäßig zusammenarbeiten, wie das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt, sollen in dieses regionale Klärschlammkonzept mit eingebunden werden.

Schon bisher wird Klärschlamm aus dem Würzburger Großklärwerk im MHKW mitverbrannt. Allerdings macht der Anteil von rund 6000 Tonnen nur einen kleinen Bruchteil der gesamten Jahresmenge von über 200 000 Tonnen aus.