Zur Kasse gebeten werden die Bürger in Wiesenbronn: die Kläranlage muss saniert werden. Eine Summe von 2,1 Millionen Euro steht dafür im Raum.

Die Suche nach der besten Lösung zur Sanierung hatte sich der Rat wahrlich nicht leicht gemacht: Es gab viele Diskussionen zu den Vorstellungen von drei Planungsbüros und Lösungsvorschläge bis hin zu einem Kanal zur Kläranlage Schwarzacher Becken.

In der Sitzung am Dienstagabend fiel die Entscheidung: Gegen zwei Stimmen sprach sich der Rat für das Planungsbüro BaurConsult aus, dessen Vertreter Christian Gora in der Sitzung im September das Konzept vorgestellt hatte.

Schlaflose Nächte

Wie sehr die Angelegenheit die Ratsmitglieder beschäftigte, war auch am Dienstagabend den Beiträgen der Räte zu entnehmen, als beispielsweise Harald Höhn davon sprach, dass ihm die ganze Sache „ganz schön Bauchschmerzen“ gemacht habe und Jochen Freithaler von „etlichen schlaflosen Nächten“ berichtete. Den restlichen Ratskollegen dürfte es nicht viel anders ergangen sein, schließlich muss das Sanierungskonzept bis Ende des Jahres dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) vorgelegt werden.

Zunächst wurde über die Belastung der Kläranlage durch Winzer und Landwirte diskutiert, da die Winzer darauf verwiesen hatten, dass nur rund die Hälfte der Ernte auf etwa 70 Hektar Rebfläche in Wiesenbronn verarbeitet werde und der Rest in der Winzergenossenschaft lande. „Man sollte die Höhe der Einwohnergleichwerte für Landwirte und Winzer nicht zu hoch ansetzen“, meinte Juliane Ackermann. Man einigte sich schließlich darauf, dass diese Thematik nichtöffentlich behandelt werde.

Der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft, Bernhard Hornig, sagte zur Finanzierung der Sanierungskosten, dass der Weg über Beiträge und Gebühren gegangen werden müsse, wobei es auch die Möglichkeit gebe, Starkverschmutzer im Rahmen der Gebühren heranzuziehen. Harald Höhn berichtete von einem Besuch beim Wasserwirtschaftsamt, wo er erfahren habe, dass eine Bewegungsanlage die geforderten Werte bringen könne, während das von Gora vorgeschlagene Tauchkörpersystem „funktionieren kann oder auch nicht und wenn es nicht wirkt, haben wir über zwei Millionen verbaut.“

Hüßner: Entscheidung vertagen

Reinhard Hüßner hielt nichts davon, die Kläranlage neben einem schwachen Vorfluter zu bauen „und wir sollten nach wie vor herausfinden, ob eine Leitung nach Schwarzach möglich ist. Das Ganze ist noch nicht entscheidungsreif.“ Anton Hell sprach sich für das Planungsbüro aus, das als erstes sein Konzept vorgelegt hatte und seiner Meinung nach eine kostengünstigere Lösung für eine Bewegungsanlage vorgelegt hatte.

„Noch mehr Infos und noch mehr Verunsicherung rauben mir den Schlaf, dazu noch der Termindruck. Das Wasserwirtschaftsamt soll uns sagen, wo es lang geht“, äußerte Jochen Freithaler.

Bürgermeisterin Doris Paul machte den Vorschlag, mit dem Büro BaurConsult weiter zu machen, wobei im Konzept beide Anlagen (Bewegung und Tauchkörper) zu vergleichen seien „und belegt werden sollte, dass eine Tauchanlage günstiger ist.“ Für diese Vergleichsberechnung sprachen sich auch Harald Höhn und Reinhard Fröhlich aus.

Zum Werdegang teilte Hornig mit, dass nun die Anlage geplant werde und dann die drei Gewerke ausgeschrieben würden, um die wirtschaftlichste Lösung zu bekommen.

Der Beschlussvorschlag der Bürgermeisterin, diesem Büro den Planungsauftrag zu erteilen und dann unter Einbeziehung der Behörde die wirtschaftlichste Lösung anzustreben, wurde gegen zwei Simmen angenommen.