„Um trotz Corona die Tradition lebendig zu halten und nicht nur unsere Laternen, sondern auch die Kinderaugen strahlen zu lassen, brauchen wir eure Hilfe!“, hieß es in einem Anschreiben der KiTa St. Felizitas aus Münsterschwarzach an ihre Nachbarn und der Anwohner umliegender Straßen. Der 11. November ist wie jedes Jahr ein besonderer Tag für die Kinder, deren Familienangehörigen und das Personal der Einrichtung. Noch vor einem Jahr gestalteten die Eltern an Bastelabenden die Laternen für ihre Kinder, die Vorschulkinder übten etwas für den Martins-Gottesdienst ein, Martinsgänse wurden ausgeteilt und am Abend gab es einen Gottesdienst in der Gerlachshäuser Kirche. Danach zogen die Kinder singend, mit strahlenden Augen und Laternen hinter dem Martinsreiter zum Feuerwehrhaus. Dort gab es dann Punsch, Glühwein und verschiedene Leckereien, die zum Verweilen in der Gemeinschaft einluden. Der Erlös aus dieser Veranstaltung kam der Kindertagesstätte zugute, um zum Beispiel neue Spielmaterialien zu erwerben.

In diesem Jahr schien dies alles schier unmöglich. Sowohl die Eltern, als auch die Erzieher waren betrübt und grübelten, wie sie auch in Zeiten der Pandemie, den Kindern die Martinsgeschichte näherbringen und auch mit Abstandsregeln die Gemeinschaft stärken können. Durch die Kooperation mit Eltern, anderen Einrichtungen und einem Brainstorming im KiTa-Team kamen dann die Ideen.

So bastelte jede Gruppe eine große Laterne, um ihr Licht mit anderen zu teilen. Die Kinder beschenkten die Krankenstation der Abtei, die Brüder des Klosters, die Verwaltung der Gemeinde, die Kindergärten aus Schwarzenau und Stadtschwarzach und die Helfer der Kirche in Gerlachshausen. „Denn auch durch die Abstandsregeln ist niemand wirklich allein.“, schrieben sie in ihr Anschreiben für die Beschenkten. Kurz darauf kamen für die Kinder mehrere Antworten. „Seit ihr es an der Pforte übergeben habt, steht es nun mitten in unserem Speisesaal und erfreut die Herzen der Mönche. Der geschriebene Text von euch wurde während dem Essen der Mönche vorgelesen, die danach spontan applaudierten.  Anbei ein Foto für euch!“, schrieb zum Beispiel Bruder Alois-Maria an die KiTa zurück.

Laternen-Bastel-Sets konnten auf Spendenbasis in der Einrichtung, in der Apotheke und in „Carmens Blumeneck“ erworben werden. Glühwein, heiße Schoki-Sets mit Tassen, welche mit dem Logo der Einrichtung bedruckt waren, konnte man für den Genuss unter dem Namen St.-Martin@home Tüte kaufen, damit noch ein Erlös für Anschaffungen für die Kinder heraus gesprungen ist.

Dann kam der große Tag. Eine Martins-Andacht feierten die einzelnen Gruppen der KiTa auf Grund der Hygiene-Regeln getrennt voneinander in der Krypta des Klosters und danach gab es für jeden eine leckere Martinsgans. Anwohner und Nachbarn der umliegenden Siedlung wurden gebeten, ihre Vorgärten und die Straßen zu beleuchten und an Eltern, Großeltern und ehemalige Kindergartenkinder wurden Bilder und Texte für Martins-Stationen verteilt. So gab es im Ortsteil Münsterschwarzach einen Martins-Stationslauf, welcher die Geschichte des heiligen Martins erzählte. QR-Codes an den Stationen, welche mit dem Handy eingescannt werden konnten und dann die Martinslieder zum Mitsingen abspielten, rundeten den Martinstag ab. Am Ende des Tages konnten die Kinder somit doch noch ihre Laternen präsentieren, Lieder singen und einen schönen Umzug mit ihren Familien verbringen.

Von: Bianca Schneider, Leitung Kindertagesstätte St. Felizitas, Schwarzach.