Pfeffenhausen ist eine Marktgemeinde in Niederbayern mit 58 Gemeindeteilen – und bald einem nationalen Wasserstoff-Forschungs- und Innovationszentrum. Wie kann es sein, dass ein von Bund und Land mit insgesamt 130 Millionen Euro gefördertes Projekt ausgerechnet in einem 5300-Einwohner-Flecken in der Peripherie von Landshut entsteht? Die eher rhetorische Frage von SPD-Stadträtin Brigitte Endres-Paul an Kitzingens Oberbürgermeister Stefan Güntner (CSU) war verbunden mit der realen Frage, wie die Stadt denn im Zweifel mit einer Anfrage für ein solches Forschungs- und Prestigeprojekt umgehen würde.

Güntners Antwort in der jüngsten Bau- und Umweltausschusssitzung zeigte ein echtes Dilemma. Einerseits würde Kitzingen sich kaum wehren gegen solche Einrichtungen, andererseits könnte die Stadt derzeit aber gar kein eigenes Grundstück dafür anbieten. Wer auf der Webseite der Stadt Kitzingen den Bereich Wirtschaft anklickt, findet unter dem Punkt Gewerbegebiete den Hinweis: "Im Stadtgebiet Kitzingen stehen derzeit keine Gewerbeflächen im städtischen Eigentum zur Vermarktung."

Notgedrungen muss das Rathaus bei Anfragen dieser Art passen. Man verweise Interessenten in der Regel an private Grundstücksentwickler wie die Betreiber des Technologieparks ConneKT oder des Gewerbestandorts Innopark. Güntner sieht angesichts dieser Konstellation derzeit "keinen Sinn" darin, "als Kommune meinen Hut in den Ring zu werfen", wenn es um die Ansiedlung größerer Forschungs- oder Wissenschaftsprojekte geht.

Natürlich habe auch er sich "Gedanken gemacht",  wie und an welcher Stelle die Stadt neue Gewerbegebiete erschließen könne. Offenbar gibt es auch schon geeignete Standorte, die Güntner aber "noch nicht offensiv kommunizieren" will. Er fürchtet, dass sonst die Grundstückspreise in die Höhe schießen könnten.