Noch scheint der Kitzinger Wohnungsmarkt nicht gesättigt. Immer mehr Bauten wachsen in letzter Zeit in die Höhe. Sie bedienen die wachsende Sehnsucht der Menschen nach den eigenen vier Wänden oder sind – in Zeiten von Niedrig- oder Nullzinsen – einfach eine attraktive Kapitalanlage. Auch die 22 Wohnungen, die demnächst am Fuß des Kitzinger Muldenweggebiets entstehen sollen, werden zu einem Gutteil als Investment genutzt, wie der Marktstefter Unternehmer Dieter Haag am Donnerstagabend im Verwaltungsausschuss des Stadtrats sagte. Haag plant, baut und vermarktet die Wohnungen am Repperndorfer Mühlbach. Für mehr als die Hälfte hat er auch schon Käufer gefunden.

Im vergangenen Jahr hat Haag das Projekt Mühlenhof im Kitzinger Sickergrund fertiggestellt, 32 barrierefreie Wohnungen mit Größen zwischen 43 und 82 Quadratmetern. Auch das neue Vorhaben orientiert sich an Wohnflächen von 60 bis 80 Quadratmetern, einer Spanne, die laut Haag derzeit am gefragtesten ist. Vier Wohnungen sind größer als 100 Quadratmeter, sie erstrecken sich über zwei Etagen.

Tiefgarage mit 16 Plätzen

Die 22 Einheiten verteilen sich auf zwei Gebäude: ein größeres, leicht abgewinkeltes, mit 16 Wohnungen, die per Aufzug zu erreichen sind, und ein kleineres mit sechs. Verbunden sind die beiden Häuser über eine Tiefgarage mit 18 Stellplätzen; vier weitere Stellplätze gibt es auf dem Gelände. Jeder Tiefgaragenplatz wird – gegen Aufpreis – mit einem Stromanschluss ausgestattet, der zum Laden eines E-Autos geeignet ist.

"Die Stadt zum Greifen"

Haag wirbt für sein Projekt mit dem Slogan: Die Stadt zum Greifen nah. Tatsächlich befinden sich in unmittelbarer Umgebung Einkaufsmärkte, Bank, Bäcker, Ärzte oder Kindergarten. Auf dem Grundstück standen vorher ein Haus und eine Scheune – beides ist inzwischen abgebrochen. Der Baukran ist bereits auf dem Gelände. Haag sagt: „Wir sind bereit.“ Anfangen kann er trotzdem noch nicht. Der Bauantrag, kurz vor Weinachten eingereicht, liegt noch bei der Stadt.

Von Thomas Rank (CSU) kam deshalb im Stadtrat die – mit süffisantem Lächeln unterlegte – Frage, wann denn in der Sache mit einem positiven Bescheid zu rechnen sei. Rank weiß, dass das in Kitzingen dauern kann. Bauamtschef Oliver Graumann entgegnete, Haag könne davon ausgehen, dass sein Antrag vor der Sommerpause genehmigt werde.