Ein Kirchweihbaum direkt neben der Kirche, die Marktstände entlang der Schönbornstraße bis zum Festplatz, das waren zwei der Änderungsvorschläge zur Aufwertung der Wiesentheider Kirchweih. In der Sitzung des Gemeinderats stellte der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Stöcker vor, was sich der Kulturausschuss der Gemeinde dazu gedacht hatte. Die Vorschläge stießen nicht nur auf Zustimmung.

Die zum Teil stark nachlassenden Besucherzahlen am Festwochenende Ende September hatten die Gemeindevertreter zum Überlegen gebracht, inwiefern das bisherige Konzept geändert werden sollte. Erste Vorschläge waren dabei, den Kirchweihbaum nicht mehr am Eingang zum Rouillac-Platz vor der Steigerwaldhalle aufzustellen. Er könnte auch neben der katholischen Kirche, im Bereich der Kreuzigungsgruppe stehen, hieß es. Zudem solle der Baum am Kirchweihsamstag aufgestellt werden, eventuell nach dem Gottesdienst, der bereis um 17.30 Uhr sein soll.

Hier gab es bereits Bedenken. Die Feuerwehr könne den Baum an dem Tag nicht aufstellen, weil man mit der Absicherung des Kirchweihlaufs beschäftigt sei, sagte Bürgermeister Werner Knaier. Damit der Baum fest stehe, müsse eine Hülse in den Boden eingebracht werden, hieß es. Außerdem müsse die Kirche damit einverstanden sein.

Zum Markt am Kirchweihsonntag hat sich der Gewerbeverein nun entschlossen, diesen nur noch im Ortskern zu veranstalten. Von der Erweinstraße zur Steigerwaldhalle sollen die Stände stehen, damit eine Verbindung zum Festplatz besteht. Dazu müsste die Schönbornstraße am Sonntag teilweise für Autos gesperrt werden. Vor dem enormen Aufwand warnte Ratsmitglied Robert Kaiser. Zudem muss das Landratsamt die Sperrung genehmigen.

Der vom stellvertretenden Bürgermeister Stöcker ebenso vorgetragene Vorschlag, zum Bieranstich die Zahl der Eingeladenen zu reduzieren, stieß ebenso kaum auf Gegenliebe. Zu dieser Veranstaltung werden normalerweise Vertreter der örtlichen Vereine und Ehrengäste vom Festwirt und der Metzgerei eingeladen. „Lasst doch die freiwilligen Helfer mal eine Maß Bier trinken und eine Bratwurst essen, sie verrichten ihre Arbeit das ganze Jahr über unentgeltlich“, meinte Ratsmitglied Peter Fechner. Kollege Michael Rückel nannte den Anstich „eine gewachsene Tradition, an der man nichts ändern“ solle. Gemeinderätin Helma Schug warf ein, dass die Gemeinde an dem Tag die Kosten für Speisen und Getränke übernehmen solle.

Bei den Veranstaltungen und Musikgruppen konnte die Gemeinde für dieses Jahr nicht viel ändern, weil die Musikkapellen größtenteils bereits im Vorjahr gebucht waren. Der Kirchweihfreitag bleibt bei den Jugendgruppen als Veranstalter. Für 2013 und die Folgejahre wird eine zugkräftige Band gesucht, die am Samstag die Halle wieder füllen soll. In der Juli-Sitzung wird sich das Gremium erneut mit dem Thema Kirchweih befassen, hieß es.