Am letzten August-Wochenende wird in Rüdenhausen traditionell Kirchweih gefeiert – in diesem Jahr allerdings nicht. Bedingt durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen verzichtet die Gemeinde als Veranstalter auf alle öffentlichen Veranstaltungen. Bürgermeister Gerhard Ackermann gab in der Sitzung des Gemeinderats bekannt, dass dies als Ergebnis einer Besprechung von Vertretern der Gemeinde und Fürst Otto zu Castell-Rüdenhausen gewesen sei. Das Landratsamt, wie auch die Verwaltungsgemeinschaft, wisse bereits von der Absage.

Damit werde es weder eine Bewirtung im Schlosspark geben, noch die Veranstaltungen in der Turnhalle, den Schlosstanz oder den Auszug der Bürgerwehr. Die Gesundheit der Bürger sei in dieser Ausnahmesituation wichtiger, hieß es in der Bekanntgabe. Für die örtliche Gastronomie bestehe jedoch im Rahmen der derzeitigen Vorgaben die Möglichkeit, eigene Veranstaltungen anzubieten, so Ackermann.

Auch die Trommeln sollen schweigen

Im Gremium wurde die Anfrage der beiden Trommler der Bürgerwehr, derzeit Thorsten Götzelmann und Michael Müller, behandelt. Die Symbolfiguren drehen normalerweise am Montagabend und Dienstagmorgen ihre Runden durch den Ort, um auf das Fest hinzuweisen. Beide wollten das auch trotz der Absage "zur Wahrung der Tradition" tun. Auch die Trommeln sollen dieses Jahr schweigen, beschloss der Rat. "Wenn die Kirchweih ausfällt, dann fällt sie eben aus", wie es Manto Castell-Rüdenhausen sagte.

In der Sitzung beschloss der Rat mit knapper 4:3-Mehrheit, dass die Gemeinde für das Pfarrhaus den Ergänzungsbeitrag zur Verbesserung der Wasserversorgung übernimmt. Die Evangelische Kirchengemeinde hatte einen Antrag dazu gestellt. Das Ganze falle unter den Punkt Baulast und nicht unter den Unterhalt des Gebäudes. Grundsätzlich sei die Gemeinde für die Baulast des Gebäudes zuständig, erläuterte Bürgermeister Ackermann.