Seine Premiere als neuer Chef des Mönchsondheimer Kirchenburgmuseums erlebte Nicolas Jagla. Der 32-Jährige, das aus Baunach beim Bamberg stammt, hatte zum 1. Juni die Nachfolge von Reinhard Hüßner angetreten und sich auf die Fahnen geschrieben, sich bei der Führung des "Kirche-im-Dorf-Museums" zwischen Bewahrung und Weiterentwicklung zu bewegen.

Der Aktionstag stand heuer unter dem Motto "Rund um die Burg", das abgeleitet war von der gleichnamigen Ausstellung im Gasthaus "Schwarzer Adler". Wie gewohnt stand das Handwerk mit teilweise ausgestorbenen Berufen im Mittelpunkt. Im Innenhof der Kirchenburg betätigte sich Otto Förth als einer der Letzten seiner Zunft als Büttner und Sebastian Schmer, Inhaber von Böhm Bau aus Markt Einersheim, gab den Besuchern in der Kirchengade einen Einblick ins Zimmererhandwerk.

Die Fachleute von Kanler und Seitz aus Geiselwind schmiedeten ein paar Meter weiter glühendes Eisen. Begehrt war das Produkt eines anderen Handwerks, dem Backen. In der Museumsbäckerei stellten Jürgen Steinmann und Markus Boivin das Museumsbrot her, das sich frisch gebacken gut verkaufte. Einen Stock höher hatten sich Künstler wie die Dettelbacher Malerin Gabi Ebel niedergelassen und der Holzkünstler Ralf Prappacher präsentierte edel aussehende Objekte. Ein ganz ausgefallenes Handwerk betreibt der Dietersheimer Robert Böhringer mit dem Bogen- und Pfeilbau, was seine Betrachter staunen ließ. Im Obergeschoss konnten die Gäste Ritterrüstungen besichtigen und bei Rudi Krauß übten sich manche an einer historischen Waage.

"Herzlich willkommen in einer Welt zwischen gestern und heute" begrüßen die Museums-Verantwortlichen ihre Gäste und für den Aktionstag sah Nicolas Jagla die vier Aspekte Führung, Ausstellung, Mitmachaktionen und pädagogisches Angebot im Vordergrund. "Uns ist es wichtig, mit Aktionstagen wie heute, das Museum ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und zu vermitteln, wofür es steht", erklärte der Museumsleiter.

Das Kirchenburgfest ist für die Bürgerinnen und Bürger im 180-Seelen-Dorf Mönchsondheim Feiertag und Arbeitstag zugleich. Denn beim Aktionstag freuen sich die Menschen im kleinen Iphöfer Stadtteil, dass ihre Kirchenburg im Fokus steht, gleichzeitig engagieren sie sich in großer Zahl als Helfer um den reibungslosen Ablauf und die Verköstigung der Besucher zu gewährleisten.

Nicolas Jagla und sein Team von neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben im Vorfeld und am Aktionstag selbst gute Arbeit geleistet und verfolgen jetzt ein weiteres Ziel. Sobald die Denkmalschützer ihren Segen dazu gegeben haben, soll das Anwesen Wolf saniert und ins Museums-Ensemble integriert werden. Das Gebäude soll dann Teil der Dauerausstellung sein und die Themen "Wohnen in den 1960er-Jahren" und "Dorfschmiede" darstellen.