Mit dem Musical für Kinder „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ haben die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Markt Einersheim und deren Kinderchor in der St. Matthäus-Kirche eine musikalische Reise durch die Reformation unternommen.

Anschließend gab Dekan Ivo Huber einen Empfang auf dem Kirchplatz, um den Abschluss der Sanierungsarbeiten am Gotteshaus zu feiern.

Das Musical sei keinesfalls anti-katholisch gemeint, unterstrich Dekan Huber, es verspreche vielmehr eine spannende Reise durch eine gemeinsame Kirchengeschichte. Für jeden Besucher sei es sicher interessant zu sehen, was vor 500 Jahren geschah und was dem Menschen Martin Luther damals alles nicht gefiel.

Ablasshandel und 95 Thesen

Die 14 Kinder sangen in von ihren Eltern geschneiderten zeitgenössischen Kostümen vom Ablasshandel mit dem Schlagwort „sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt“, von der Feststellung „allein die Treue, allein der Dank, allein die Schrift“ und den 95 Thesen, die Luther vor 500 Jahren an die Tür der Kirche in Wittenberg genagelt hatte.

Die szenische Einstudierung hatte Andrea Bentele, Querflöte spielten Walter Himmler und Lieselotte Schlierf, am Klavier saß Kirchenmusikdirektorin Marianne Schmidt, die auch die Gesamtleitung hatte.

Die Rolle des Martin Luthers teilten sich Johanna Pichl und Nils Breuning, erklärende Worte sprach Lena Oswald. Dem Dekan gefielen von Luther gebrauchte, oftmals derbe aber typische Redewendungen in den Liedtexten besonders.

Das Kindermusical wurde erstmals auf einem von Gabi und Hermann Böhm gespendeten transportablen Holzpodest vor dem Chorraum des Gotteshauses gespielt.

Auf dem Kirchplatz erklärte Huber vor Handwerkern, Spendern und Gemeindemitgliedern die Außensanierung der Kirche offiziell für abgeschlossen. Nur Kleinigkeiten wie das Streichen der Türen stehen noch aus.

Viele Schäden ausgebessert

Im Verlauf der Sanierung seien viele Schadstellen vorgefunden worden, die vom Bildhauer und Steinmetz Fernando Gabel und seinem Team behoben wurden. Huber zeigte sich überzeugt, dass Gabel über seine Arbeit sicher Zuneigung zu dieser Kirche gefunden habe.

Huber dankte vor allem dem Kirchenvorstand, dessen Vorsitzender Gunter Klatt zur Lösung vieler Fragen und Probleme immer da gewesen sei. Architekt Martin Zeltner sprach von einem sehr schönen Moment, wenn ein Bauprojekt abgeschlossen werden kann. Es sei ein buchstäblich steiniger Weg zu bewältigen gewesen. Nun aber seien die Sanierungsarbeiten wie gewünscht mit der Qualität der Handwerker abgeschlossen.

Als sichtbares Zeichen des Dankes für die Unterstützung überreichte Zeltner dem Dekan einen Strauß bunter Blumen.

Das Kindermusical „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ wird am Sonntag, 9. Juli, um 14 Uhr in der evangelischen Kirche Mainbernheim noch einmal aufgeführt.